Heute sieht der Blick nach dem Aufstehen aus dem Fenster wieder besser aus: es regnet nicht und es sind kaum Wolken am Himmel. Also entscheiden wir uns, heute mit dem Zug runter nach Annecy zu fahren und von dort aus die "Tour du Lac" anzutreten, ca 37km mit nicht allzu viel Steigungen - zumindest laut Komoot.

   Wir lassen uns mit dem Frühstück und etwas Yoga noch Zeit und peilen dann um 10:45 den Zug nach Annecy an. Prima, die Tickets kosten genausoviel wie das letzte Mal, und das obwohl ich noch zwei Fahhräder mit gebucht habe. Den (zum Glück kurzen) Weg zum Bahnhof mache ich zweimal. Warum? Am Bahnhof angekommen stelle ich fest, das meine extra gefüllte Trinkflasche nicht in ihrem Halter am Fahrrad steht, sondern wohl noch oben in der Wohnung. Also noch mal zurück und das Teil holen. Die Zeit reicht locker, allerdings als wir in den Zug einsteigen wollen, verweist uns die Schaffnerin auf einen anderen Fahrradbereicht weiter hinten im Zug. Der ist auch schon mit zwei Fahrrädern belegt, aber unsere beiden passen noch dazwischen. Auch die Zugführerin hat keine Bedenken, also alles in Butter.

   In Annecy angekommen, orientieren wir uns erst mal und treten dann die Seerunde im Uhrzeigersinn an. Die Idee haben auch eine ganze Reihe anderer Radler verschiedenster Couleur: vom rasanten Rennradler über kleine Kinder bis hin zu unsicher wirkenden Zeitgenossen, bei denen man Angst hat, dass die ihren fahrbaren Untersatz im Griff haben. Als wir aus Annecy draußen sind, wir es etwas besser aber man muss ständig auf der Hut sein, wenn man langamers Radler überholt, es kann immer sein, dass ein Rennradler von hinten geschossen kommt. 

   Etwas in der Mitte des Sees geht es dann in einer langgezogenen Rampe etwas nach oben (die Richtung stimmt wohl) und ganz schön steil in einigen Serpentinen wieder runter. Ein paar Kilometer weiter wollten wir in einen kleinen Café einen Stopp einlegen, die Bedienung ist aber der Meinung, dass alle Tische belegt sind - was offensichtlich nicht zu unserer Beobachtung passt. Wenn wir nur was trinken wollen, könnten wir uns über die Staße vor dem Café hinsetzen, aber auf der Terasse am See gibt es nichts für uns. Auf uns macht das den Eindruck, sie wollen uns nicht wirklich hier haben, also fahren wir weiter. 

   Kurz hinter der südlichen Seesspitze probieren wir es ein zweiter Mal - dieses Mal deutlich erfolgreicher, die Bedienung eilt sogar noch mal weg, um uns eine englische Speisekarte zu bringen, als ich ihr sage, dass ich nur eine bisschen Französisch sprechen. Wir entscheiden und für eine Portion Pommes und eine Veggi-Platte und lassen die Muckis baumeln. So gestärkt, treten wir dan die letzten 15km bis zurück nach Annecy an. Schon vor dem Ortseingang wird es wieder richtig wimmelig, nicht nur auf dem Radweg, auch am Strand und in den Strandbädern tummeln sich die Leute. 

   Als wir am Bahnhof ankommen, reicht es uns beiden, gut, dass die Tour nicht länger war. Zum Glück kommt der Zug zurück nach Rumilly in 20min, das reicht gerade noch, um im Internet die Tickets zu organisieren. Morge ist dann der letzte volle Tag hier, mal sehen, wo wir dann landen werden.