Heute Nacht waren wir wieder nicht erfolgreich: die Stechmücken haben uns (oder besser Gitta) erwischt.

   Aber nur bis es hell wird, danach habe ich ihnen mit dem Kopfkissen den Garaus gemacht. Mit dem Resultat, dass auf dem Kissen ein Fleck war. Die andere ist "leider" in einer Spinnwebe hängen-geblieben - selber schuld. Wie gestern gibt es wieder lecker Frühstück, untermalt von Vivaldi.

   Allerdings ist unsere Hausherrin nicht ganz zufrieden mit der Auswahl ihrer Google-Box - was die Musik anbetrifft. Für uns ist es aber gut. Zu Gittas Leidwesen ist auch die Dame aus Hamburg mit unten beim Frühstück und bequatscht uns mit nervtötender Stimme. Aber bei dem Wetter heute kann uns das nicht wirklich was anhaben.

   Dann noch schnell die Hühner (äh, Räder) gesatttelt und auf geht es. Nicht ohne uns ausführlich verabschiedet zu haben, so sehr herzlich sind wir selten wo empfangen worden. Das Manoir de Kervent ist echt eine Empfehlung. Natürlich geht es gleich am Anfang wieder bergauf und uns wird warm, aber trotzdem wechseln wir gleich wieder von den kurzen zu den langen Ärmeln, bei der Sonne heute morgen waren wir doch etwas optimistisch, was die Temparaturen anbetrifft.

   In einer kleinen Ortschaft halten wir an, um die kleine Kirche (aus dem 16. Jahrhundert) anzuschauen und haben ruckzuck einen selbsternannten Führer an der Backe. Der ist so freundlich und zeigt uns die Einzelheiten (inklusive des Extra-Eingangs für die Lepra-Kranken). Ist ein ziemlich schrulliger Typ, der uns dann gleich noch in die Schmiede von 1752 auf der anderen Straßenseite schleift. (Anmerkung des Verfassers: Bei der Diskussion der Jahrhunderte habe ich mit einen Schlag auf die Schulter eingefangen - aua)

   Danach wird es (fast) easy, die Straße geht flussabwärts runter nach Audierne, was aber nicht heißt, dass es keine Steigungen gibt. Unten angekommen schieben wir unsere Räder durch den Markt, dessen Teilnehmer schon am zusammenpacken sind.

   Der Abschuss kommt danach: wir finden eine Bäckerei, schauen kurz rein, stellen fest, da gibt es Sandwiches und setzen uns draußen hin und warten darauf, bestellen zu können... Kurze Zeit später knallt aber die Tür und es wird zugesperrt - Mittagspause. Hmpf! Aus der Traum von Kaffe und Sandwich. Zum Glück sitzt neben uns ein englisches Paar und empfiehlt uns eine Bäckerei die Straße hoch, die angeglich durchgehend geöffnet und leckere Sandwiches hat.

   Also versuchen wir unser Glück dort und tatsächlich hat die noch offen und sogar noch zwei Sandwiches für uns. Da hat man richtig was in der Hand. Nach der erfolgreichen Jagd nach einem Mittagessen fahren wir ein Stück die Straße rauf und lassen uns am Strand im Schatten nieder. Was wir schon kurz danach bereuen und revidieren, da wir den Wind unterschätzt haben. Mit Blick auf das Meer genießen wir unser Mahl und die Sonne. Danach am Insidertreff (hier sind eher die Alternativen unterwegs) noch einen Kaffee und einen kurzen Ausflug zum Leuchtturm.

   Dann ist es endlich 4 und wir können unser Quartier beziehen. Vorher probiert Gitta aber noch aus, wie es sich anfühlt, wenn man das Vorderrad tiefer legt. :-) - das kommt davon, wenn man auf einer Bretterbrücke in Brettrichtung fährt, sagt der Klugscheißer.

   Zwei Zahlenkombinationen später stehen wir in unserem Quartier für zwei Tage, direkt am Hafen, aber leider mit dem Blick hinten raus. Was solls, es gibt Platz, eine Küche und ein Bad und ist sauber. Dort lassen wir dann den Tag mit Pizza (vom Sandwichbäcker), Bier und Wein ausklingen und planen den Rest der Route für diese Woche durch.

   Morgen dann mal ohne Gepäck zum Pointe du Raz.