War das eine Pfriemelei heute morgen. Irgendwie ging das zu Hause in Schwabach einfacher, die Fahrräder im Auto unterzubringen.
Heute, nachdem beide mitsamt ausgebauten Rädern hinter den vorderen Sitzen drin und verstaut waren, hab ich dann festgestellt, dass die rechte Tür nicht mehr zugeht. Also noch mal von vorn. Beim zweiten Versuch klappt es dann und ich kann auch den Rest noch einladen. Dann erst mal ab in die Dusche und und zum Frühstück. Anschließend die Rechnung begleichen und ab geht es. Das Elsass verabschiedet sich von uns mit schönstem Wetter, hier kann man es echt aushalten.
Auf dem Weg nach Sarnen haben wir uns vorgenommen, mal Basel von innen anzusehen. Wenn wir auf dem Weg nach Frankreich zum Skifahren auf der Autobahn vorbeifahren, schaut die Stadt immer sehr grau, industriell und wenig einladend aus. Aber vorher noch einen Abstecher in die verschiedenen Supermärkte und noch mal normale Preise und das Überangebot hier genießen. Und ja, auch die Räder müssen noch mal neu verzurrt werden, das quietscht die ganze Zeit beim Fahren. Wobei sich dann herausstellt, dass die große Quietscherei von unserem Kochtopf kommt, der am Koffer scheuert. Thema erledigt, indem meine Jacke zwischen die beiden als Trenner kommt.
Nachdem es hier in Basel nicht "Centre Ville" oder "Zentrum" heißt, fahren wir natürlich an der Ausfahrt mit der Aufschrift "City" erst mal vorbei. Aber wie nach Rom führen mehrere Wege nach Basel und kurze Zeit später steht das Auto sicher in einem Parkhaus, von dem wir glauben, dass es in der Nähe der Altstadt ist. Draußen angekommen, macht mich Gitta erst mal auf die Kassenautomaten aufmerksam, was aber ziemlich an mir vorbeigeht. Ganz nebenbei - das stellen wir aber erst bei unserer Rückehr fest - gibt es direkt neben den Automaten auch einen Stadtplan an der Wand.
Die große Frage ist nun: wir sind in der Nähe der Altstadt, aber in welche Richtung ist die Nähe? Zwecks der Sparsamkeit haben wir beide bei den Handys das Roaming ausgeschaltet. Der Versuch an der Straßenbahnhaltestelle einen Plan zu finden schlägt fehl. Ich frage ein junges Paar mit Kind, ob sie vielleicht einen Tip für uns haben, die suchen aber nach dem Zoo, meinen auch noch: grob gesehen, da vorn rechts. Also halten wir uns in diese Richtung und tappen los. Irgendwie schaut das zwar stadtnah aus, aber nicht wirklich nach Altstadt. Also frag ich einen Postboten und es schickt und die Straße runter, etwa fünf Straßenbahnhaltestellen, dann müssten wir da sein. Wir landen dann nach einer Weile am Bahnhof, wo ich die Sicherheits-Leute - die erst mal vor mir davonrennen - befragen kann. Die schicken uns dann quer durch den Bahnhof, danach sollten wir in diese Richtung gehen, so lange wir wollen.
Also gut, draußen vor dem Bahnhof finden wir dann auch einen Plan, von dem ich erst mal ein Foto mache und wir nehmen uns das Münster als erstes Ziel. Obwohl das laut Plan direkt am Rhein liegt, geht es erst mal den Berg rauf. Die Kirche und der davor liegenden Platz ist den Aufstieg auch wert, Basel macht Pluspunkte. Danach geht es wieder runter ans Rheinufer (mit schönen Blick auf die Roche-Türme, von denen wir später im Radio lernen, dass der höhere der beiden - 237m - heute eröffnet wird. Und wir haben keine Einladung. :-(
Vom Rhein aus geht es nach links zum Rathaus - hier in dunklem rot gehalten, ist ein echter Blickfang mit dem kleinen Markt davor. Pluspunkt Nummer zwei für Basel. Alles in allem hat die Altstadt bestimmt einiges zu bieten, viele schöne alte Häuser und schön gelegen in dem Bogen des Rheins. Schaut auf jeden Fall viel besser aus, als draußen von der Autobahn.
Der Hammer kommt, als wir zurück zum Parkhaus gehen: Wir kommen dort aus genau der anderen Richtung an, als wir vorhin los sind. Das heißt, wenn wir nicht rechts, sondern links losgelaufen wären, hätten wir die Altstadt in 10 und nicht 45 Minuten erreicht. Na ja, hinterher ist man immer schlauer. Dann mal schnell raus aus Basel und los Richtung Sarnen. Nach ein bisschen Stau und dessen Umgehung kommen wir dann gut auf dem Ramersberg an. Dort von unserer Wohnung (na ja, eher ein 1-Raum-Appartment) hat man einen tollen Blick auf den See und das Stadion, in dem wir am Sonntag einlaufen werden. Nachdem wir beide ziemlich schlapp sind, legen wir erst mal die Füße hoch und ruhen uns aus. Morgen ist dann ein Ruhetag angesagt vor dem Lauf am Sonntag.