Ding, dong, deng, ein Schlag fehlt der Kirchturmuhr noch zum Big Ben. Und das alle Viertelstunde. Aber entweder haben sie die Glocken heute nacht irgenwann abgeschaltet oder wir haben so gut geschlafen, dass wir sie nicht gehört haben. Und auch das mit der Bettdecke war kein Problen, die ist wohl groß genug.
Wie gewohnt starten wir mit einer Tasse Kaffee im Bett in den Tag, hinter dem Haus geht gerade die Sonne auf, wird wohl ein schöner Tag. Kunststück, wir haben ja gestern das Chili komplett verputzt. Gegen halb neun tappen wir dann runter zum Frühstücke. Typisch französisch mit Baguette, Marmelade und süßen Teilchen. Dazu auch Orangensaft und frisches Joghurt. Und - ganz wichtig - lecker Kaffee. So kann der Tag kommen. Auch ein kleiner Smalltalk mit der Hausfrau und den anderen Gästen - angeblich aus München, klingen aber anders. Danch gehe ich noch kurz raus zum Auto und baue die Fahrräder wieder zusammen, heute ist Radtour nach Colmar angesagt.
Aus Orschwihr geht es gleich rauf in die Weinberge mit einem wunderschönen Blick runter in die Landschaft. Dann hinten runter wieder nach Soulzmatt und auf der anderen Seite gleich wieder rauf. So in diesem Stil geht es weiter, ein schöner Blick in die Landschaft nach dem anderen. Aber auch in die Knochen geht das auf und ab ganz schön. Ab Pfaffenweiler geht es dann weiter auf einem Landwirtschaftsweg neben der Schnellstaße, was aber die Franzosen nicht davon abhält, mit Karacho an uns Radlern vorbeizudonnern. Kurz vor Colmar müssen wir dann noch kurz über die Bundesstraße, aber nach einem kleinen Stück kommt dann rechts ein Radweg.
Nachdem uns der kleine Hunger ein bisschen plagt, halten wir an einem Supermarkt, der sich von innen als Frischemarkt entpuppt, es gibt soooo viele lecker aussehende Obst- und Gemüsesorten, so dass wir gleich für heute Abend einen Plan machen: Gemüsepfanne mit Tomaten.
Die letzen Kilometer ins Zentrum gehen ratzfatz und Comar empfängt uns mit einem wunderschönen Park mit Brunnen und anderen schönen Fotomotiven. A propos Foto: Colmar ist ein süß herausgeputztes Städtchen mit vielen schönen Fachwerkhäusern. Eine der Kirchen hat auch für uns offen und wir genießen drinnen die Ruhe und die leichte Dunkelheit. Danach lassen wir uns in einem Cafe auf die Stühle niedersinken und genießen Radler und Flammkuchen - ein Gedicht!
So gestärkt treten wir die Rück-Tour an, diesmal nicht oben durch die Weinberge, sonder eher unten rum in der Nähe der Schnellstraße durch Eguisheim, Pfaffenheim zurück Richung Soulzmatt und am Schluss rauf nach Orschwihr. Insgesamt geht es heimwärts dann fast nur aufwärts - kein Wunder, wenn unser Quartier höher als die Stadt Colmar liegt.
Zurück angekommen, schnell ab in die Dusche und dann noch mal - mit dem Auto - runter, um die letzten wichtigen Dinge für das Abendessen zu holen. Was in unserer nicht vorhandenen Tasche gelandet ist, soll auch heute nicht verrraten werden. Morgen lassen wir es bestimmt etwas ruhiger angehen und nehmen wohl das Auto, um die Gegend noch näher zu erkunden.