Hmmm, der Wetterbericht stürzt und in ein Dilemma: Laut der App soll heute der einzige noch gute Tag unseres Aufenthaltes hier sein.
Auf der anderen Seite trauen wir uns die 800 Höhenmeter auf der Pilatus rauf von der Mittelstation der Gondel nicht so ganz zu. Der Lauf von gestern steckt uns noch ganz schön in den Knochen, eigentlich wollten wir heute einen Ruhetag einlegen. Da ist also guter Rat teuer. Wir einigen uns auf das Stanser Horn, dort sollte der Aufstieg von Aecherlin nur etwas halb so viel sein. Nachdem uns Google Maps die Auffahrt von hinten (von der Straße nach Engelberg) rauf vorschlägt, halten wir uns daran und machen uns auf dem Weg.
Hinten angekommen, stellen wir kurz nach der Talstation der Gondel nach Wirzweli fest, dass die Straße von dieser Seite aus wegen Bauarbeiten gesperrt ist. Mist, das wirft unsere gesamte Planung über den Haufen. Ich frage noch mal unten an der Gondel nach, ob das mit der Baustelle wirklich so ist. Der Mann dort unten bestätigt unsere Befürchtung. Also wieder umplanen.
Wir entscheiden uns dafür, mit der Gondel hochzufahren und uns dort oben eine Tour zu suchen. Also schnell zwei Tickets (und eins für das Auto auf dem Parkplatz geholt) und kurz darauf geht es mit der Doppelgondel hoch in die Berge. Oben angekommen entscheiden wir uns für den Hexenweg rauf zur Gummenalp und wenn alles klappt über den Wirzweligrat wieder runter. Der Hexenweg entpuppt sich das ganz schön steiler Weg, zum Glück zu einigen Teilen durch den (Hexen-)Wald und ist vorwiegend auf Kinder ausgerichtet, mit vielen Stationen, wo die Kiddies einiges an Neuigkeiten erleben können. Auf für uns ist die eine oder andere Überraschung dabei und es lockert den schweißtreibenden Aufstieg auf.
Oben auf der Gummenalp gönnen wir uns erst mal zwei Radler nach der Anstrengung. Zur zweiten Runde bestellen wir uns dann eine Waldplatte - eine Cervelat (Stadt-) Wurst mit Senf, Brot, Zwiebeln, Gurken und Radieschen. So gestärkt ziehen wir weiter und machen noch eine Runde um einen Bergrücken mit ein paar ziemlich steilen Hängen und tollen Ausblicken hinter Richtung Engelberg und Titlis.
Nach dieser Zusatzrunde steigen wir noch rauf zum nächsten Gipfelkreuz, wo wir von unten eine Bank zum Vespern gesehen haben. Dort oben genießen wir die Aussicht und unser mitgebrachtes Vespern. Kurze Zeit später gesellt sich noch eine junge Frau dazu und macht freundlicherweise ein paar Fotos von uns. Danach stellen wir fest, dass sie in ihrem Rucksack einen Gleitschirm hat, den sie dann auf der Wiese unter dem Gipfel ausbreitet.
Unsere Hoffnung, den Start noch mit erleben zu können, erfüllt sich mangels Wind doch nicht und wir ziehen weiter. Der Wirzweligrat macht seinem Namen zum Teil alle Ehre, auch von dort runter habe wir einen tollen Blick runter Richtung Vierwaldstättersee. Nach etwa einer Stunde sind wir wieder unten an der Gondel-Bergstation und können auch gleich einsteigen. Zum Glück setzt sich ein kleiner Schreihals gegen seinen Vater durch und die beiden steigen wieder aus. Die obere Gondel, in die er gern eingestiegen wäre, ist böderweise von Abfallcontainern belegt. So gestaltet sich die Abfahrt sehr geruhsam und kurze Zeit später sitzen wir im Auto und fahren mit einem kurzen Abstecher im Migros wieder zurück in unser Quartier. Dort angekommen, ist dann aber endgültig Ruhe angesagt. Mal sehen, was der Tag morgen bringt.