So, endlich geht's los! Nach der guten Woche Arbeit in Cypress kommt jetzt der Urlaubs-Teil des Trips.
Manish hatte mir versprochen, er nimmt mich mit zu Flughafen, hat vorher noch ein Meeting und holt mich dann zwischen 8:30 und 8:45 ab. Nachdem Kofferpacken und Auschecken gönne ich mir nochmal das ausführliche Frühstück (Kaffee, Muffin, Müsliriegel oder nicht sehr verlockende Äpfel) und warte auf ihn. Während ich meinen Kaffee schlürfe, kommt ein schwarzer Hund reingetrottet und setzt sich vor mir auf dem Boden. Etwas kleiner als Kara, aber viel besser gefüttert. Er scheint recht zutraulich, lässt sich erst mal nieder und als ich ihm die Hand hinhalte, legt er sich auf den Rücken. Komisch, von Frauchen oder Herrchen ist weit und breit nix zu sehen...
Manish kommt dann einigermaßen rechtzeitig und wir machen uns auf. Obwohl um 9 die Rushour schon abebbt, geht es nur zäh voran, aber ich bin trotzdem eine gute Stunde vor Abflug am Flughafen - prima. Dort angekommen, kann man seinen Koffer schon draußen vor dem Gebäude abgeben, da ist kaum was los, und schon bin ich drin im Flughafen und durch die Secutity. Der Flieger ist voll bis auf den letzen Platz und United Airlines spart in der Economy am Service - nur nicht-alkoholische Getränke sind umsonst, sonst ist alles kostenpflichtig. Ach ja, nach dem wir Richtung Runway gerollt sind, zweigen wir auf einmal von der Landebahn auf die falsche Seite ab und der Flieger bleibt stehen??? Der Kapitän melde sich und sagt, dass irgendein Windsensor nicht richtig arbeitet und dass sie das noch überprüfen müssen :-( Nach etwa 20 Minuten rollen wir dann wieder los Richtung Landebahn, aber mit dem gleichen Ergebnis: Abbiegen auf die falsche Seite... Der Kapitän sagt, dass das Problem immer noch besteht. Also noch mal warten, dann der nächste Versuch und wir heben dann doch ab Richtung Denver.
Das Wetter und die Aussicht entschädigt dann fürs Warten: Strahlender Sonnenschein auf die Landschaft unter uns. Erst Berge, dann etwas, was wie Wüste aussieht und dann wieder Berge mit sehr ungewöhnlichen Formationen: viele Hochplateaus und steile Abfälle - sehenswert. Denver selbst liegt dann in einer Ebene ganz nah an den Bergen. Nach gut 2 Stunden drehen wir noch eine Schleife über Denver und setzen dann auf der Landebahn auf. In Flughafen muss ich mich erst mal zurechtfinden, das Gepäckband ist im Haupttermimal und da muss mann erst mal mit einen kleinen Zug hinfahren. Der Koffer kommt einigermaßen zügig und ich mache mich auf die Suche nach meinem Leihauto. Erst mal mit einem Pendelbus (nur ein paar Minuten warten) raus aus dem Flughafengelände zu den Leihfirmen. Dort macht es sich wohl bezahlt, dass ich dieses Mal nicht den billigsten Verleiher genommen habe (wie in Miami, wo ich über eine Stunde gewartet habe...), ich bin innerhalb von ein paar Minuten dran. Die freundliche Dame teilt mir mit, dass sie kein Auto in meiner Klasse hat, dass es etwas größeres ist: etweder eine Toyota Rav4 oder ein Chevrolet Suburban. Angeblich sind beide 4WD, so dass ich mich für den kleineren entscheide - bin ja allein. Beim Wegfahren genieße ich noch mal die atemberaubende Sicht auf die Berge, die sich nicht weit weg erheben. Der letzte Rest meines Trips sind jetzt noch 140km bis nach Silverthorne.
Um Denver rum ist der Zeit entsprechend (16:00h) einiges los auf der Straße und ich komme nur sehr zäh vorwärts. Als dann die Stadt endlich hinter mir liegt, geht es zügiger vorwärt (soweit man die 65 Meilen/Stunde als zügig ansieht). Die Fahrt geh durch die Berge und langsam wird der Schnee mehr - in Denver selbst liegt fast gar nichts. In Silverthorne angekommen, stelle ich mal wieder fest, dass man sich nicht blind auf das Navi verlassen sollte: Ich habe wohl schon daheim die Ortschaft eingegeben, nicht aber dit Straße und so lock mich das Navi nicht dahin, wo ich hin will...nein, auch nicht in den Ortskern, sondern den Berg hoch zu einem kleinen Haus, zu dem ich trotz Vierradantrieb fast nicht hoch- und beim Runterfahren gefährlich ins Rutschen komme. Also anhalten und die Adresse überprüfen und richtig eingehen. Also den Berg wieder runter und auf der anderen Seite wieder hoch. Nirgendwo Hausnummern und dort, wo das Navi (Ryan Gulch Road 10000 - in deutsch ausgesprochen vom Navi!!) vermutet, ist zwar ein Haus, aber der versprochene Schlüssel auf dem Festerbrett ist nicht zu finden. Also noch mal im Handy nachschauen auf AirBnB und siehe da, es gibt noch einen Tipp: Buffalo Ridge Appartment 215C. Den Namen hatte ich beim Hochfahren gesehen und ich fahre zurück. Und richtig, das ist knapp unterhalb und das Appartment kann man auch finden. Den Schlüssel nicht gleich, aber das schaffe ich auch noch. Das Appartment sieht ganz nett aus, mit Wohnküche und Balkon (man sieht aber leider nix mehr, weil finster) und ich richte mich erst mal ein. Der Skiverleih hat leider schon zu, ich mach mich aber trotzdem noch mal auf, ich brauch ja noch was zum Essen (United sei Dank...)
Die Suche nach einem Supermarkt gestaltet sich etwas schwierig, ein Outlet ist leicht zu finden und einige Restaurants auch, aber schließlich habe ich Glück und werde fündig. Essen hier scheint ziemlich teuer zu sein, ich hab gar nicht soo viel in meinem Wagen und bin trotzdem fast 60 Dollar los :-( Wieder in der Wohnung angekommen suche ich in der Küche nach Utensilien und mache mit Tortellinin in Tomaten-Zwiebel-Schinken-Soße und zur Feier des Tages einheimisches Bier dazu: Colorado Native - schmeckt ganz lecker.
Morgen früh geht's dann die Ski abholen und ab auf die Piste, gutes Wetter ist auch angesagt - sieht gut aus. Ich denke, ich probier morgen mal Breckenridge aus, dafür hat mir Dani (meine Vermieterin) einen Gutschein für einen Skipass zum halben Preis hingelegt - nett von Ihr...