Oh, das sieht gut aus, als ich heute morgen aus dem Fenster schaue: Kaum Wolken am Himmel und viel Blau und viel Sonne.

   Ich komme zwar ein bisschen später los, als geplant, aber ich bin ja im Urlaub, da soll man keinen Stress aufkommen lassen. Zuerst also zu Skiverleih: Dort, wie befürchtet, dauert es ein bisschen, bis mir ein Skistiefel passt (Ich erinnere mich noch, wie viele ich probiert habe, als ich die letzten gekauft habe.) Aber nach einiger Zeit nehme ich den, der am Besten passt. Ist zwar nicht optimal, aber OK. Die Ski empfiehlt mir Mason, bei dem ich mit seinem Slang Schwierigkeiten haben, ihn zu verstehen. Auf eine Empfehlung angesprochen, meint er, ich sollte nach Beaver Creeek fahren, da wäre nicht so viel los. Nachdem das eh auf einer Liste stand, ändere ich den Plan heute von Breckenridge nach Beaver Creek. Also los auf die Autobahn, laut Mason ca. 45 Minuten. Schon die Fahrt dahin ist wieder ein Genuß, wenn die Sonne so reinscheint, schauen die Berge hier gigantisch aus.

   In Beaver Creek angekommen, geht die Sucherei los, die Amis haben es nicht so mit dem Ausschildern. An der Autobahn steht noch, dass man hier abfahren soll, danach kommt dann aber nix mehr. Ich kurve ein bisschen durch die Ortschaft und trau mich dann doch, an eine Einfahrt hinzufahren, die wie ein Nationalpark aussieht. Könnte aber auch ein Hotel sein: Beaver Creek Resort. Aber auf eine Frage, ob es hier zum Skigebiet (man sieht noch weit und breit nix) geht, bekomme ich eine positive Antwort. Also das Auto auf dem Parkplatz abgestellt, rein in die Klamotten und ab zum Skibus. Der ist gut geheizt, der erste Schweißausbruch ist schon vorprogrammiert. Wir klappern noch ein paar weitere Haltestellen ab und dann sind wir endlich da. An der Kasse der erste Schock: Tagespass $165 - das ist heftig, ungefähr das dreifache, was es in Österreich kostet. (da wird sich der 1/2 Preis-Gutschein von Dani noch auszahlen). Ich muss heute Abend im Internet noch mal gucken, so teuer was das nicht, als ich letzes Jahr nachgesehen habe. Nachdem auch die Schwierigkeiten mit meiner Visa-Karte überstanden sind, bin ich im Besitz meines Skipasses und los gehts.

   Am Anfang muss ich mich erst noch orientieren aber nach einer Weile finde ich mich zurecht. Die Pisten hier sind breit, lang und abwechslungsreich. Es kann sein, dass eine Piste hier grün losgeht (einfach) und dann mitten drin schwarz wird (ziemlich steil, wobei auch die Buckelpisten hier schwarz sind) Dazwischen gibt es noch blaue (mittler Piste). Es ist kaum was los, sowohl auf den Pisten, als auch vor den Liften, noch leerer als Ostern in Frankreich. Die Skier sind für meinen Geschmack ein bisschen zu weich, da komme ich daheim mit meinen eigenen in harten Bereichen etwas besser klar. Die Buckelpisten sind knackig und es gibt sie wie Sand am Meer. Aber der Schnee ist schon trockener als bei uns, in den Buckeln sinke ich immer wieder mit meinen Stöcken ein, wenn ich mich hochdrücken will. Nach drei Buckelpistenhängen (die hier auch sehr lang sein können) bin ich ganz schön erledigt und setze mich ganz ober (auf 3400m) auf eine Bank und esse das Vesper aus meinem Rucksack und genieße die Sonne.

   Den Nachmittag verbringe ich noch auf verschiedenen Pisten und genieße etwas mehr die flacheren Pisten, auf denen man schön dahincarven kann. Die sind auch nicht so hart, wie teilweise in den steileren Bereich. Im Lift ist es total easy, mit den Leuten etwas ins Gespräch zu kommen (über das Wetter, den Schnee, wo man herkommt,...) - ganz angenehm. Gegen 4 reicht es mit dann und ich fahre die ganz lange Abfahrt zur Bushaltestelle noch zwei Mal runter. Dann wieder in den überheizten Bus und zurück zum Auto. Auf dem Rückweg fahre ich noch mal beim Skiverleih vorbei und frage ob sie nicht noch einen etwas härteren Ski für mich haben, das ist kein Problem, ich bekomme einen anderen (Salomon) die Sache ist erledigt. Dann noch schnell in den Supermarkt und ein bisschen Salat und Wasser kaufen. Die Lebensmittelpreise sind hier wirklich deutlich teurer als bei uns, $2.50 für einen Eissalat,...

   So, jetzt die Füße hochlegen in der Wohnung und die Muckis entspannen lassen. Ich freu mich schon auf morgen. Zweiter Versuch mit Breckenridge.