Als ich heute morgen aufgewacht bin, hab ich mir gedacht: OH, es schneit, das wir wohl nix mit Sonne heute, eigentlich war der Schnee erst für Samstag angesagt.

   Aber wie hat mein Skilehrer im Uni-Skikurs gesagt: Skifahren ist keine Hallensportart. Also nach Kaffee und Frühstück raus, das Auto vom Schnee befreien (ist nicht viel, vielleicht 5cm und total locker) und los. Die Fahrt nach Breckenridge ist viel kürzer als nach Beaver Creek, schon die nächste Autobahnausfahrt nach Silverthorne (Frisco, est. 1879, also gar nich so alt) geht es schon wieder runter von der I70 und hinter nach Breckenridge. Dort freue ich mich über das erste Schild zum Skigebiet und biege links ab. Komisch, ich bin der einzige und vor mir fährt nur ein Betonlaster. Nach einiger Zeit kommt mir das dann spanisch vor und nachdem auf der anderen Straßenseite ein Auto steht frage ich lieber mal. Ergebnis: Irgendwo an der Strecke muss es wohl mal ein nordisches Skizentrum geben (oder gegeben haben, ich hab nix gesehen, deswegen das Schild. A propos: beim Heimfahren stelle ich fest, dass in die andere Richtung das gleiche Schild ist, ich habe also nicht halluziniert). Also wieder zurück auf die Hauptstraße und weiter.

   In Breckenridge ist dann eine Gondel und ein Parkplatz ausgeschildert, also abbiegen und den Schilder folgen. Das klappt viel besser als gestern und ein paar Minuten später stehe ich auf dem Parkplatz (aber nur, nachdem ich Gebühr bezahlt habe :-( ) Dafür ist der direkt an der Gondel. An der Kasse stehen eine ganze Menge Leute, das kann wohl dauern. Aber dann kommt eine freundliche Frau von der Information (die es hier an allen Ecken und Enden gibt) und sagt, man kann auch mit der Gondel hochfahren, die ist kostenlos und oben die Tickets kaufen. Also los und rein in die Gondel. Oben angekommen, stelle ich fest, daß die Schlange an der Kasse auch nicht viel kürzer ist. Dank des Gutscheins von Dani, meiner Vermieterin zahle ich heute nur den halben Preis (sind aber immer noch $77). Mit meinem Ticket im Ärmel versuche ich mich erst mal zu orientieren und stelle fest, ich bin ziemlich am Rand des Skigebiets. Also los zum nächsten Lift. Dort angekommen steht eine ziemliche Traube, das war gestern anders. Hilft nix, anstellen und warten. Hier kontrolliert das Personal persönlich (das war gestern auch so), es gehen ein paar Angestellte duch die Schlange und fragen die Karten berührungslos ab. Die Amis sind, was das Anstellen anbetrifft, viel disziplinierter als die Europäer, da passiert es kaum, dass sich jemand vordrängelt. Außerdem gibt es fast überall Single-Schlangen (wenn man sie findet...)

   Als ich oben angekommen fahre ich erst mal runter und orientiere mich weiter nach rechts zum nächsten Lift, um dort festzustellen, dass der außer Betrieb ist. Also noch mal mit dem gleichen Lift hoch und noch weiter nach rechts halten, aber dort am nächsten Lift ist die Schlange auch nicht kürzer. Auf einer Anzeigetafel muss ich dann feststellen, dass ca. die Hälfte aller Lifte heute wegen Sturm geschlossen ist (zum Glück habe ich heute nur den halben Preis bezahlt) und dass man an die höchsten Punkte und die schwarzen Pisten gar nicht hinkommt - Mist. Nichtsdestodtrotz komme ich noch weiter rüber und dort an den kleinerem Liften (alte Doppelsessel) ist auch kaum was los und ein paar Buckelpisten durch den Wald gibt es auch :-) Und das Beste: die Sonne ist auch wieder da, da war nur ein kleines Intermezzo mit dem Schneien heute nach. Nach vier mal Buckelpiste (geht inzwischen ganz gut, der Schnee ist griffig und ein bisschen weich) bin ich ziemlich geschafft und suche nach einer Piste, auf der ich zur Entspannung ein bisschen dahingleiten kann. Das ist das schöne hier, es gibt überall knackige, steile Abfahrten (viele davon gar nicht präpariert und entsprechend bucklig), genauso wie breite Autobahnen zum Carven und Anfängerhänge. Und alle Naslang ist eine Abzweigung, man hat wahnsinnig viele Möglichkeiten.

   Ich finde eine solche Abfahrt und setze mich danach in den nächstbesten Lift, an dem auch nicht viel los ist. Oben angekommen, bin ich eingentlich ganz woanders, als ich dachte. Aber: einer der Lifte, die heute vormittag zu waren und von dem viele schwarze Pisten weggehen läuft, also rein und rauf. Die die schwarzen Pisten sind ein Taum, man kann oben erst mal quer fahren, soweit man will und hat dann die Auswahl aus 8-10 Pisten, die nicht präpariert sind und unten in einem Tal enden, das man dann entlang zurück zum Lift fahren kann. Im Endeffekt kann man sich raussuchen, wie man fahren will, man kommt immer gut unten raus. Das macht so viel Spaß, dass ich den ganzen Nachmittag dort verbringe, jedes mal ein bisschen anders, aber immer gut. Das einzige was fehlt, ist Tiefschnee, wenn es hier frisch geschneit hat, muss das gigantisch sein. Der Lift ist etwas abseits und macht deswegen um 3:15 zu und ich orientiere mich wieder in Richung Auto. Am Peak 8, wo die Gondel zum Auto runterfährt, laufen inzwischen alle Lifte, auch der, der heute Morgen nicht in Betrieb war. Also den noch mal und mit Volldampf die breite Autobahn runter - klasse! Die Skier sind wirklich griffiger, das merke ich an den ganz wenigen, leicht eisigen Stellen hier. Es macht Riesenlaune, sich mit hohem Tempo in die Kurven zu legen und runterzubrettern. Da bleibe ich, bis auch der Lift um 4 zumacht.

   Oha, die Schlange an der Gondel ist aber lang! Aber ich habe ja Zeit, niemand drängt mich, also hole ich mir in der Kneipe noch ein Bier (sehr passend: Avalanche, dunkel und lecker...) und setze mich auf die Terasse und schaue den Leuten beim Anstehen zu - den anderen auf der Terasse auch. Als die Schlange dann bei mir endet, bin ich mit meinem Bier auch fertig und bin dann in ein paar Minuten in der Gondel. Ziemlich erledigt und mit dem Bier im Kopf komme ich unten am Auto an und mache mich auf den Heimweg. Noch kurz was einkaufen und tanken und dann bin ich wieder zurück in der Wohnung. Tag 2: Sehr gut, bis auf die geschlossenen Lifte. Mal sehen, wo ich morgen lande.