Der Sonnenaufgang heute war gigantisch. Ich habe zwar keine Ahnung, wann das heute (sehr) früh war, aber vom Bett aus sah es beeindruckend aus.
Bei Aufwachen später hat sich das dann leider etwas geändert: es sieht bedeckt aus und es geht ein ziemlicher Wind. Aber beim Geburstagskaffee ist das egal...Dank des Windes kommt aber doch immer wieder die Sonne zum Vorschein und es reicht für ein Frühstück im Garten. Und auch noch für eine Runde lesen draußen. Es ist nur nicht (zum Glück) nicht so heiß wie die beiden letzten Tage. Gegen zwei machen wir uns dann auf auf einen Spaziergang an der Küste entlang in Richtung Boulogne, der nächsten größeren Stadt.
Nach ungefähr 45 Minuten sind wir dann am Strand von Boulogne angelangt, aber bedingt durch den starken Wind - der zwar die Sonne nicht so stark erscheinen lässt, aber ziemlich kühl ist - reizt uns das Baden gehen heute eher weniger. Also suchen wir einen Weg durch die Stadt rauf in Richtung der Kathedrale, die vom Hafen aus erkennbar ist. Das geht etwas in die Knochen, weil es ziemlich den Hang raufgeht. Der Anfang von Boulogne ist eher unauffällig (um nicht zu sagen schmuddelig), aber als wir die alte Stadtmauer erreichen ändert sich das schlagartig.
Die Gässchen sind schön herausgeputzt, es gibt Massen von Kneipen und die Kathedrale finden wir auch schnell, eine barocke Kirche mit massenhaft Wimpeln und Fahnen drin. Nach einem kurzen Abstecher in die alte Burg machen wir und auf den Rückweg durch die Steigungen von Boulogne (Treppen usw....) Aber die Richtung stimmt und wir müssen nicht runter zum Hafen und dann wieder hoch Richtung Wimereux
Gegen fünf sind wir dann ziemlich geschafft wieder zurück in unserem Häuschen und gönnen uns erst mal ein Feierabend-Bier (oder zwei, die sind hier nur 0.25l groß) Vor unserem Date mit dem Hoteldirektor decken wir uns erst noch mit Getränken und Lebensmitteln im Supermarkt ein.
Ein Date? Ja, nach meiner Mail (die nahelegt, dass ich mir die Geschichte mit dem Schlüsselbrief nicht nur ausgedacht habe) kam heute Morgen eine Mail mit einer Entschuldigung und der Aussage, dass sie im Hotel das verbockt haben und dass er vorschlägt, wir uns abends an der Post in Wimereux treffen und er den Brief mitbringt. Das war schon das höchste der Gefühle, er kommt (pünktlich), sagt kurz guten Abend, drückt mir den Brief in die Hand und weg ist er... Na ja, Schwamm drüber, damit kann ich die Geschichte mit dem Schlüssel endlich abhaken. Da wir etwas zu früh dran sind, schauen wir noch kurz in die Kirche von Wimereux, wo wir prompt in eine Versammlung platzen, die für die Renovierung der Kirch sammelt. Wir würden sogar Gebäck und Saft oder Bier bekommen. Die Dame, die uns empfängt, ist furchtbar lieb und wechselt nahtlos vom Französischen ins Englische und dann ins Deutsche. Aber nachdem ich schon zwei Bier intus habe, lehne ich dankend ab. Auch wenn die Bilder, die sie verkaufen wollen sehr schön sind, zwei davon sogar vom gleichen Maler sind wie die in unserem Häuschen...
Wir lassen den Geburtsagsabend mit lecker Essen und einer Flasche Sekt ausklingen, mal sehen, was das Wetter morgen bringt.