Auch heute waren wir wieder ziemlich früh wach und konnten so den Kaffee schon eine Weile vor dem Frühstück schlürfen. Bendingt dadurch, dass wir gestern ziemlich früh im Bett waren, ging es heute morgen ziemlich gut, auch wenn die Mucki immer noch vom gestrigen Tag berichten.
Der Plan heute ist, den Bus zu nehmen und bis zur Ortsmitte zu fahren, wo die Gondel ziemlich weit rauf geht. Heute kommt der Bus auch ziemlich pünktlich und entlässt uns am Busbahnhof, nicht weit weg von der Talstation. Ich habe etwas Bedenken, als ich durch die Glasscheibe die ganzen Leute sehen, die schon anstehen. Zum Glück karren die großen Gondeln (die selbe Bauart wie im Stubaital) die Leute ganz schön schnell weg. Auf 2400m dann umsteigen in die obere Sektion und raus auf 3200m. Dort steuern wir erst mal die zweite Aussichtsplatform an, von der man auch den Mont Blanc sehen können soll. Und richtig, er spitzt ein bisschen hinter einer der wenigen Wolken heraus. Heute wollen wir noch etwas weiter rauf und nehmend den Doppelschlepper rauf auf 3400m. Heute - oder zumindest hier oben - ist es ganz schön kalt, auch wenn die Sonne sich schon gut breit gemacht hat. Und der Wind tut seinen Teil noch dazu, da werden die Finger ohne Handschuhe beim Fotografieren ganz schön kalt. Was einen dafür entschädigt, ist das grandiose Panorama von hier oben. Gucken, so weit das Auge reicht. Inzwischen guckt auch der Mont Blanc schon weiter aus den Wolken und auch die Aiguilles d'Arve (die wir von La Toussuire und Saint Sorline kennen), sind von der Seite auch gut zu erkennen. Das gibt schon ziemlich eine Gänsehaut, wenn man da oben auf der flachen Piste dahingleitet und neben sich die Bergketten vorbeiziehen.
Nachdem es so kalt ist, orientieren wir uns ein bisschen nach unten zu einer Piste namens Signal. Gestern wieder wurde wieder gewalzt und die Buckel sind weg und wir genießen weiterhin die Sonne und Panorama. Gitta macht dann eine Runde Pause, und ich fahre noch mal runter, aber diesmal im ungespurten Gelände neben der Piste - eine wahre Pracht, schöner, fluffiger Schnee, den man prima wegschieben und drüber hinweggleiten kann. Was sich aber bemerkbar macht, ist die Höhe - immer noch knapp 3000m, ich muss ganz schön schauen, dass ich die Luft herbringe, neben der Piste fahren ist um einiges anstrengender als auf. Kurz nach 12 reicht es uns dann - der lange Tag von gestern macht sich immer noch bemerkbar. Wir kehren wieder in der Bergstation ein und stärken uns für den Nachmittag.
Beim Studium des Pistenplanes (den ich heute morgen an der Talstation mitgenommen habe) finde ich eine Option, noch mal auf 3400m zu kommen, ohne den Schlepper zu nehmen. Es gibt eine Funiculaire - eine kleine Bahn, die uns unter dem Gletscher und der Piste bis fast ganz nach oben bringt. Oben angekommen, bringen uns die paar Stufen wieder rauf an die Oberfläche fast in Atemnot. Nach kurzem Durchschnaufen geht es dann wieder die traumhafte Pister runter. Heute wollen wir die Piste Jandri ganz nach unten fahren (ohne die große Schleife gestern erneut zu nehmen). Da sind außer uns noch ziemlich viele andere Leute unterwegs, was es länger dauern lässt, als vielleicht notwedig wäre. Kurz nach drei schnallen wir dann wieder knapp oberhalb von unserer Wohnung unsere Skier ab und tappen runter.
Nach einer kurzen Siesta mit Duschen entscheiden wir uns, den Ort mal zu erkunden und ein bisschen was zum Essen einzukaufen. Den Plan, mit dem Bus zu fahren, verwerfen wird schnell wieder, als der Bus gerade wegfährt, als wir noch oben in der Wohnung sind. Also gehen wir zu Fuß, nur um ca. 100m weiter oben den nächsten Bus vorberfahren zu sehen. Nach ca. 10 Minuten sind wir dann im Zentrum - ja hier gibt es wirklich sowas wie eine Orstmitte. Das ist auch wirklich auffallend, wie schön der Ort - fast schon eine kleine Stadt - hergerichtet ist. Das ist schon eine ganze Ecke schöner als in La Toussuire, Saint Sorlin oder Flaine. Beim großen U decken wir uns für heute Abend ein, bummeln noch kurz durch den Ort und warten dann am Busbahnhof auf der Bus der Linie 3 oder 2, der uns dann vor der Haustür absetzt.
Wir beschließen den Tag dann mit lecker Salat und sacken dann erschöpft auf die Couch. Mal sehen was der morgige Tag bringt.