Auch heute hängen die Wolken wieder tief und es schneit. Gitta hat entschieden, heute noch einen Tag Pause zu machen, also ziehe ich am letzten Tag nach dem Frühstück noch mal alleine los.
Erst den kurzen Weg ums Haus gegenüber und dann die Ski anschnallen und runtergleiten zum Lift. Dann die Reihe der Sessellifte - zum Schluss mit dem Super Diable bis ziemlich weit rauf und von dort aus runter zur Gondel "Pierre Grosse", die ich noch nicht gefahren bin. Das Wetter ist nicht prickelnd, vor allem die Sicht ist eher bescheiden. Der Schnee ist im Gegensatz dazu prima, auch auf den Pisten liegen ca. 15cm Pulver, der sich schön wegschieben lässt. In der Gondel wundere ich mich, warum Schnee auf der Bank liegt, aber dann sehe ich dass das Fenster offen ist und es offenbar den Schnee reingeweht hat. So kommt man hier auch auf 3.200m rauf. Dort oben dann die "Signal" runter, auch hier bescheidene Sicht, aber schöner Schnee. Daraufhin beschließe ich, mich wieder weiter nach unten zu orientieren, in der Hoffnung, dass dort unten die Sicht besser ist. Die Hoffnung bewahrheitet sich leider nicht, also beschließe ich, heute mit Gitta zusammen in der Wohnung Mittag zu machen. Es geht die Vallons de Diable runter ins Tal und mit Hilfe der kleinen Schlepper vor im Tal, bis ich dann bis knapp oberhalb der Wohnung abfahren kann.
Dort genießen wir zusammen unser Essen und ich lasse die Muckis und die Seele etwas baumeln. Gegen 2 wird es doch noch mal etwas heller und teilweise kommt die Sonne durch. Ich entschließe mich, noch mal loszuziehen. Dieses Maf fahre ich auf der Gegenseite hoch, dort gibt es auch noch drei Lifte, die wir noch nicht benutzt hatten. Der erste geht in ziemlicher Höhe über die Straße den Berg rauf. Dann mal kurz ein Stück runter und weiter bis ganz rauf. Vom Lift aus suche ich mir eine Strecke neben der Piste aus, wo noch nicht viele gefahren bin. Da jetzt auf dieser Seite die Sonne drin liegt, ist das die wahre Pracht, der Schnee neben der Piste ein bisschen schwer, aber noch gut zu fahren. Kurz bevor ich wieder zurück auf die Piste komme, muss ich - um einen Buckel auszugleichen - ziemlich weit in die Hocke und gleichzeitig ziehen die Ski weiter um die Kurve. Dabei knirscht es ganz komisch auf der Außenseite meines linken Knies. Shit, ist das jetzt das gleiche Drama wie vor gut drei Jahren in Hintertux? Ich gleite vorsichtig - hingefallen bin ich ja nicht - raus auf die Piste und schnaufe erst mal tief durch. Hmmm, runterfahren könnte funktionieren, erst mal links rum - geht, dann rechts rum... da knirscht was im Knie und die Knochen bewegen sich gegeneinander, das fühlt sich nicht gut an. Trotzdem bewältige ich den Hang mit Linkskurven und seitlich Abrutschen. Unten setze ich mich erst mal auf die Bank an der Bushaltestelle. Definitiv stimmt da was nicht im Knie, aber es ist nicht so schlimm wie beim letzten Mal, als ich nicht mehr aufstehen konnte. Dann also zurück mit dem Bus zur Wohnung. Aus den Skistiefeln raus geht zum Glück und auch die Treppen hoch in die Wohnung sind machbar. Damit ist der Skiurlaub erst mal gelaufen und ich lege mich ziemlich bedient mal auf die Couch.
Gestern hatten wir noch einen Tisch im Restaurant reserviert, das Käsefondue wollen wir uns nicht entgehen lassen und wir entscheiden, den Bus in den Ort zu nehmen. Soweit scheint das Knie zu halten, die Stufen runter und rein in den Bus geht gut und wir fahren ein letzes Mal in die kleine Stadt. Nachdem wir etwas zu früh dran sind, spazieren wir - ganz vorsichtig natürlich - noch ein bisschen rum, bis die Kneipe um 18:30 dann aufmacht. Das Käsefondue hält, was wir uns erhofft hatten - super leckerer Käse mit Pfeffer und ein bisschen scharf, dazu Brot, Salat und Wein - so kann man es aushalten. Der "Nachtbus" fährt hier alle 30min, der bringt uns und unsere vollgestopften Mägen wieder zurück in die Wohnung. War ein prima letzer Abend, mal sehen, wie das morgen mit Heimfahren und Sachen runter zum Auto bringen klappt.