So, endlich geht es los! Um den Zug um 7:05 zu erwischen, musste ich ziemlich früh aufstehen, aber was tut man nicht alles für den Urlaub.
Die deutsche Bahn überschlägt sich heute mal vor Pünktlichkeit, so dass alles prima funktioniert. Der Zug von Nürnberg ist bis Stuttgart fast leer, aber auch bis Karlsuhe füllt er sich kaum. Ist wohl zu früh für die meisten. ;-) Das ändert sich dann aber schlagartig im Zug nach Appenweier. Da es wohl in BW auch ein Baden-Würtemberg-Ticket gibt (so wie bei uns das Bayern-Ticket) ich so ein Zug vor allem bei jungen Leuten und Radlern sehr beliebt. Zum Gück hatte ich genug Zeit zum Umsteigen und habe noch einen Platz für mich und mein Fahrrad ergattert.
Dann noch mal Umsteigen in Appenweier: Da kommt ein kleiner Schienenbus und eine Riesentraube steht am Bahnsteig. :-( Nachdem es nicht so aussieht, als ob ich da noch einen vernünftigen Platz bekomme, ändere ich meinen Plan und nehme die 20 km nach Strasbourg unter meine Räder - kleines Einrollen für die Tour.
Nachem das Wetter heute wieder richtig schön ist, macht das richtig Spaß und in einer guten Stunde bin ich im Hotel. Für €29 kann man echt nicht meckern, ein zwar kleines, aber sauberes Zimmer im Hinterhof mit einem recht neu gemachten Bad - prima. Also kurz in die Dusche und los, Strasbourg erkunden. Ich muss sagen, die Stadt ist es echt wert, Zwischenstopp zu machen, ich denke, da sollte ich mal mit mehr Zeit wiederkommen.
Ich laufe kreuz und quer durch die alte Stadt und genieße die Sonne. Es reizt mich mich ziemlich, eine Bootstour auf dem Fluß zu machen, aber die Schlangen an der Kasse halten mich davon ab. Das gleiche gilt für den Turm des Münsters, ich drehe noch eine Runde, hole mir im Supermarkt eine große Flasche Bier (Sch'Ti) und ein Sandwich und lasse mich im Schatten am Flussufer nieder - perfekt! Auf den zweiten Anlauf klappt es mit der Bootstour immer noch nicht. :-( Aber zumindest der Turm der Kathedrale sieht jetzt gut aus, also 330 Stufen (60m) auf der Wendeltreppe nach oben. Die 750ml Bier im Blut sind dabei eher hinderlich, aber da muss man durch. Oben angekommen entschädigt der Blick über die ganze Stadt bis zum Schwarzwald und ins Elsaß hinein.
Dann reicht es aber mit dem Laufen und Gucken und ich kehre zurück ins Hotel, um noch ein bisschen Siesta zu machen, bis ich mir dann übers Abendessen Gedanken machen werde. Morgen früh geht es dann weiter an die Atlantik-Küste nach Saint-Malo.
Nachdem ich noch ein bisschen gemockelt habe, tappe ich wieder los in Richtung Innenstadt, um was zum Abendessen zu bekommen. Man merkt noch deutlich, dass es Ferienzeit ist. Viele der Restaurants, von denen ich dachte, sie wären nur am Sonntagnachmittag zu sind, sind auch abends nach 8 immer noch zu und an einigen steht dran, dass sie derzeit noch im Urlaub sind. Ich lande in einem kleinen libanesischen Restaurant und entscheide mich für Falafel mit Pommes, Salat und Humus. Schön ist, dass man in dem Restaurant draußen sitzen kann, so dass ich die vorbeiziehenden Leute beobachten, wie sie langsam in die Stadt schlendern oder von dort nach Hause.
Als Nachtisch gibt es vom Haus noch einen Tee - schmeckt ziemlich parfürmiert ist aber eine nette Geste. Als ich dann auch das Viertel Rotwein intus habe, tappe ich wieder zurück in Hotel. Irgendwie traue ich dem Stellplatz im Hinter-Hinterhof nicht so ganz und nehme das Fahrrad mit aufs Zimmer. Nicht dass ich Angst habe, dass es morgen nicht mehr da ist, es ist mehr die Befürchtung, dass jemand auf die Idee kommt, sich einen Scherz zu erlauben und ich dann morgen schauen muss, wie ich das Fahrrad wieder in Ordnung bekomme, um damit zum Bahnhof zu fahren.