Als kurz vor halb sechs der Wecker klingelt, kann ich zuerst nicht so was damit anfangen und es dauert eine Weile, bis mir klar ist, wo ich bin und was los ist.
Aber das klärt sich dann ziemlich schnell auf. Ab unter die Dusche: Oha, gestern kam nach ein bisschen warten dann gut warmes Wasser, aber um dies Uhrzeit ist die Heizung noch nicht so auf ab Trab, also gibt es heute Morgen nur eine ziemlich kurze Version vom Duschen. Schnell noch den Schlüssel abgeben und dann los. Unterwegs lege ich noch einen Stopp beim Bäcker ein (der ist am Sonntag schon ab 6:00h da!) und nehme mir ein kleines Frühstück für in den Zug mit. Der Weg zum Bahnhof ist wie erwartet kurz, auch wenn ich an jeder möglichen Ampel wegen rot stehen bleiben muss.
Direkt am Bahnhof gibt es dann noch einen Cappuccino, nachdem das (im Preis enthaltene!) Frühstück leider ausfallen musste, weil es erst ab 7:00h verfügbar ist. In Frankreich am Bahnhof kündigen sie das Gleis, auf dem ein Zug ankommt erst ca. 20 Minuten vorher an, das heißt fast alle Fahrgäste warten in der Halle und laufen erst los, wenn die Gleisanzeige aufleuchtet. Der Zug steht dann genau anders rum, als angekündigt, so dass ich den ganzen Zug entlang zurück zum anderen Ende laufe. Der Platz ist dann relativ leicht zu finden, auch wenn ich erst in die falsche Richtung laufe. Die Gurte, mit denen man das Fahrrad befestigen soll, sind schon ziemlich ausgelutscht halten nicht wirklich gut. Am Anfang ist der Zug ziemlich leer, aber von Station zu Station werden es langsam mehr Leute, ich aber immer noch den Sitzplatz neben mir frei.
In Rennes heißt es dann umsteigen in einen kleineren Zug, ich habe eine gute Stunde Zeit und hole mir einen kleinen Salat, den ich in der Sonne verputze. Der TER (so heißen die Regionalexpress hier) rumpelt ziemlich durch die Gegend, die Stoßdämpfer klingen irgendwie nicht sehr vertrauenerweckend. Aber nach einer dreiviertel Stunde ist es dann geschafft, die lange Bahnanreise liegt hinter mir. Noch schnell die Klamotten gewecheslt und auf in den Sattel. Nachdem ich letztes Jahr mit Brückenüberquerungen so meine Schwierigkeiten hatte, nehme ich diesen Mal den kurzen Weg über das Wasser mit dem "Taxi de Mer" nach Dinard. Das scheint ein bisschen die bessere Hälfte von Saint-Malo zu sein, ein Haufen schöne und noble Häuser hier:
Das Wetter ist zum Glück besser als der Wetterbericht sagt und so bin ich in einer kanppen Stunden in meinem ersten Quartier. Das erste was ich sehe: Ein Auto aus Hof! Das zweite Zimmer wird von einem Studentenpärli bewohnt, die in Erlangen studieren. Ich mach mir erst mal einen Kaffee mich dem Wasserkocher und setze mich noch ein bisschen in die Sonne. Patrick, der Vermieter erklärt mir, dass es Sonntag Abend wohl schwierig werden könnte, einen Supermarkt zu finden, also mach ich mich dann auf die Suche nach einem erschwinglichen Restaurant. Patrick hatte etwas von einer Pizzeria erzählt, etwa einen Kilometer entfernt in der Ortschaft. Die finde ich auch, aber beim Bestellen machen mir die Besitzer klar, dass es ca. eine Stunde dauern wird, weil sie gerade an einem Großauftrag arbeiten - Mist! Also mach ich mich wieter auf die Suche, nicht ohne einen Blick auf den Strand hier in Lancieux zu werfen. Die Bucht hier ist ziemlich weitläufig und ein paar vorgelagerte Inseln bieten ein tolles Panoramo. Zum Essen lande in einer kleinen Bar und ersetze Pizza durch ein belegtes Baguette und eine Portion Pommes - viel Alternativen gibt es hier nicht und mit Fahrrad oder zu Fuß ist man schon ein bisschen eingeschränkt. Als ich von meinen Spaziegang zurückkomme, schaut Max vorbei und fragt ob ich nicht noch mit auf ein Bier zu Ihnen auf die Terasse mitkommen mag. So lasse ich den Tag mit einem gemütlichen Ratsch ausklingen, wobei uns gegen kurz nach neun der einsetzende Regen wieder zurück in die Zimmmer vertreibt. Hoffentlich gibt sich das bis morgen früh wieder...