8:30h: Na da bin ich mal gespannt, was das heute wird. Gestern Abend hatte es ja angefangen zu regnen und währen der Nacht habe ich es immer wieder prasseln gehört.
Gegen sieben klang es dann mal, als ob es nachlässt, aber eine Viertelstunde später ging es wieder weiter. Also habe ich mir erst mal eine Tasse Kaffee gemacht und mich wieder ins Bett gehockt. Ich denke, ich werde mal soweit alles herrichten und dann losfahren, sobald es einigermaßen trocken sein sollte
9:00h: Es wird doch langsam heller, also packe ich meine Sachen zusammen und lege los. Die Entscheidung war gar nicht so schlecht, es regnet zwar immer wieder, aber im Großen und Ganzen ist es warm und ich komme gut vorwärts.
In Saint Cast lege ich dann den ersten Stopp in einem Cafe ein. Leider haben die nichts zum Essen (die Bäckereien, die ich im Ort gesehen habe, sind mit anderen Touristen überfüllt), also tut es ein Cafe au lait - was sich allerdings als ein Espresso mit Milchschaum entpuppt. Aber schmeckt prima und ich kann einen etwas stärkeren Schauer abwarten, bis ich weiterfahe. Das mit dem Wetter scheint heute gut zu funktionieren, immer wenn ich mir denke, es reicht mit dem Regen, wird es wieder besser und ich entscheide mich dafür, weiterzufahren. Das ändert sich allerding in "La Motte", wo ich im Vorbeifahren auf einer Wiese eine Pavillion sehe. Als es kurz darauf anfängt, dicke Tropfen zu regnen drehe ich um und stelle mit erst mal unter den Pavillion. Was ich nicht gesehen habe, ich dass im zugehörigen Haus ein Laden mit Calvados ist. Als der Besitzer - Mr. Simon - mich sieht, frage es mich, ob ich nicht reinkommen möchte. Ich sage nicht nein und es stellt sich raus, dass er drei Jobs hat: den Handel mit Spirituosen, er vermietet Zimmer (ist aber voll) und ist Innenarchitekt. An einer Pinnwand hängen einige seiner Entwürfe (mehrere Koffer, ein Schrankkoffer und ein Strandkorb). Klingt simpel, aber er bedient das gehobene Klientel, was sich in den Preisen wiederspiegel - 1.000€ für einen normalen Koffer und über 10.000€ für den Strandkorb! Demensprechend gut sehen die Entwürfe auch aus. Mr. Simon spricht auch sehr gut deutsch (hat auch einige Kunden in Deutschland, z.B. ein Möbelgeschäft in München in der Maximilianstratße) und versorgt mich mit Kaffee, einem Brioche und etwas Honigmelone. Find ich richtig nett von ihm.
Irgendwann wird es dann doch langsam kühl in meinen nassen Klamotten und ich ziehe die lange Hose an und wage mich wieder hinaus. Den Leuchtturm am Kap Frehel spare ich mir - die Sicht ist doch nicht so prickelnd. Was immer schlimmer ist, ist der Wind, der sich langsam zum Sturm auswächst. Ich habe wirklich zu Kämpfen, um auf der Straße zu blieben, die Böen schieben mit immer wieder um einen Meter nach links, so dass ich sicherheitshalber auf den Gehweg neben der Straße wechsle. Ein paar mal bleibe ich stehen und versuche mich, vor einem größeren Stein vor dem Wind zu schützen, aber das bringt auch nicht viel. Eigentlich schade, den die Buchten hier sehen wunderschön aus, bei gutem Wetter macht es dort bestimmt Spaß zu Baden in den Wellen. Danach ist es mir aber bei dem Regen und Wind nicht. Zwischendrin liegt ein umgefallener Baum auf dem Weg und ich muss das Fahrrad drüber heben. Hoffentlich halten die anderen! Als im an einem Strand eine Hütte sehe, die wie ein Cafe aussieht, rolle ich runter und mache Mittag mit Kaffee und einem Galette. Die Jungs dort hätten auch einen Tipp für eine schönes Zimmer, allerdings ca. 10km zurück und das will ich bei dem Wetter auch nicht. Aber sie meinen, oben im Ort es auch was geben. Also mache ich mich auf und als mich dann kurz vor der Hauptstaße eine Böe erwischt und ich mitsamt dem Fahrrad umfalle, ist die Entscheidung gefallen: wenn es in Pléhérel-Plage ein Quartier gibt, dann buche ich mich dort ein. Es gibt tatsächlich ein Zimmer hier, zwar etwas teurer als geplant, aber bei dem Wetter habe ich absolut keine Lust, weiterzufahren. Dort stelle ich mich erst mal unter die Dusche und wärme mich langsam wieder auf. Hoffentlich lässt der Wind bis morgen nach, mit dem Regen würde ich ja fertig, aber der Wind ist wirklilch unangenehm.
Das Hotel heißt zwar auch Restaurant, aber irgendwie sieht das nicht sehe einladend aus: Keine gedecketen Tische, nur ein paar Speisekarten liegen auf einem Tisch. Auf Nachfrage sagt die Hausherrin, sie macht ein Menü mit Fischsuppe und Filet Mignon und Nachtisch, allerdings will sie 82€ dafür. Dann gehe ich doch lieber in ein kleines Fischrestaurant die Straße runter, inzwischen hat es ja auch zu regnen aufgehört, nur der Wind bläst noch. Dort muss ich mich dann zwischen Muscheln mit Pommes (Moules frites) und einem Fischertopf entscheiden. Der Kellner ist leider nicht sehr hilfreich, er meint es wäre beides lecker. Also dann gibt es Fischertopf: gekochtes Fischfilet in einer Paprikasauce (fast ein bisschen wie Gulaschsuppe, aber lecker) mit Kartoffeln drin und Muscheln, dazu Weißtbrot und Croutons. Warum bei den Croutons noch eine Mayonaise und geriebener Käse dabei ist, erschließt sich mir nicht ganz. Aber egal, ich habe lecker und reichlich gegessen und tappe zurück ins Hotel.
Ich hoffe mal schwer, dass das Wetter morgen besser ist, zumindest sieht der Himmel schom mal ganz gut aus: ziemlich blau mit einigen wenigen Wolken. Mal sehen, wie das morgen weitergeht.