So muss es sein! Heute war mein erster Tag, an dem ich nur von innen nass geworden bisn (=schwitzen).
Früh am Morgen ware es draußen fast neblig, aber während meinem Frühstück hat der sich dann schon aufgelöst. Was mich aber ziemlich kalt lässt, ich bin heute auch den ganzen Tag mit dem langärmligen Hemd unterwegs gewesen. Aber so macht die Tour schon viel mehr Spaß und die Landschaft ist einfach großartig. Außerdem machen sich die frisch eingestellte Schaltung und die erneuerten Bremsem positiv bemerkbar.
Aus Lannion raus geht es eine etwas größere Straße, mit einer ziemlich heftigen Steigung gleich am Anfang, genau das richtige, um am Morgen wach zu werden. Am Meer angekommen geht es dann etwas kleiner Straßen, immer mit dem gleichen Rythmus: Runter in die Ortschaft, am Strand entlang und danach wieder hoch. Zwischendurch habe ich den Eindruck, ich bin am gallischen Dorft von Asterix und Obelix vorbeigekommen (siehe unten, das vierte Bild) So ungefähr stelle ich mir das heute vor. Außerdem habe ich in Erinnerung, dass das Dorf in Aremorica liegt, und ich bin hier an den Cote d'Armor unterwegs. Im Verlauf des Tages stellt die Geographie eine zusätzlichen Anforderung: Ich habe mich gesterns schon gewundert, warum die Navi-Software einen ziemlichen Umweg eingeplant hat, weit ins Hinterland zurück und dann wieder von an die Küste. Des Rätsels Lösung: dort fließt ein Fluss von Morlaix ins Meer und die erste Brücke über den gleichnamigen Fluss befindet sich in der Stadt mit eben diesem Namen. Also knapp 8km flussaufwärts dorch Mittag machen und die Eisenbahnbrücke bestaunen und dann wieder 8km flussabwärts zurück ans Meer. In Morlaix genieße ich die Mittagssonne vor dem Rathaus und liege faul auf einer Parkbank. In St. Pol angekommen, steuere ich erst mal das Office de Tourisme an und frag nach einem Zimmer. Die Dame dort bietet mich auch gleich an, in dem Quartier, das sie mir empfiehlt, anzurufen. Dann klappt dann auch auf Anhieb, allerdings ist Guiseppe, der Hausherr, erst um 18h wieder da. Vor dem Büro komme ich noch mit einem Amerikaner (aus Kalifornien) ins Gespräch, als sich zwei junge Mädels auf dem Parkplatz fast die Köpfe einschlagen wollen. Er sagt mir, er ist lieber in Europa unterwegs und empfiehlt die nordspanischen Küste von San Sebastian aus. Sollt ich vielleicht mal im Hinterkopf behalten.
Nachdem ich bie 6 Uhr noch Zeit habe, rolle ich runter zum Strand, gehe dort auf einer vorgegerten Halbinsel ein bisschen spazierung und lege mich in die Sonne. Ich wage mich sogar mit dem Füßen ins Meer. Zu mehr reicht es aber noch nicht. Das Quartier ist ziemlich am Rand von St. Pol, aber direkt neben zwei Supermärkten (Lidl und Leclerc), so dass ich mich gleich für morgen mit Salami, Käse, Baguette und was zu trinken eindecken kann. Nach einem kurzen Zwischenstopp im Quartier laufe ich zu Fuß zurück in die Stadt und suche nach etwas zu Essen. Ist immer gar nicht so einfach, wenn man die Qual der Wahl hat! Als ich mich endlich entschieden hatte, eröffnet mir die Bedienung, dass alle Tische belegt seien und ich solle doch später wiederkommen (wann immer das sein mag...)Das chinesische Restaurant hatte ich vorher schon im Auge, allerdings weiß ich nicht, was ich davon halten soll, dass abends um halb acht kein Mensch drin sitzt. Also lande ich in einer Pizzeria und haue mir mit Pizza, Salat und Rotwein die Wampe voll. Damit reicht es mir für heute und ich mache mich auf den Heimweg. Hoffentlich hält das Wetter jetzt ein paar Tage.