Na ja, so wirklich besser ist es heute nicht. Es hat zwar die Nacht über nicht geregnet, aber pünktlich zum Losfahren, kommt dann der Regen wieder.

   Das Beste zuerst: Es hat den ganzen Tag nicht wirklich stark geregnet, der Wind hielt sich in Grenzen und ich hatte nicht schon nach zwei Stunden die Schnauze voll. Aber durch eine sonnendurchflutete Landschaft zu fahren, wäre schon mal was anderes.

   Unten mal als Beispiel, der Stand von Tréstel, der bei Sonne sicherlich schön ist, bei einem Wetter wie heute - naja. So lange mag man sich nicht aufhalten.
Als dann gegen Mittag die Motivation ein bisschen nachlässt, setze ich mit in Guinec bei einem Cafe unter die Markise draußen (ich glaube ich bin schon ziemlich verschwitz, obwohl es nicht so sehr warm ist) und genieße einen Café au lait. Danach sind auch die Beine wieder besser und ich rolle weiter die Küste entlang. Kurz hinter Trégastel ist dann die "Ile Grand" ausgeschildert und es sieht auch so aus, als ob sich die Sonne durchsetzen könnte. Also ändere ich meine Route und radel über den Damm auf die Insel und suche mir ein Plätzchen am Strand, um Mittag zu machen. Ist auch ganz nett da, bei Baguette, Käse und Salami, aber anstatt dass die Sonne durchkommt, beginnt es nach kurzem wieder zu regenen. Das verkürzt die Mittagspause ein bisschen und ich fasse so langsam ins Auge, in Lannion mir ein Quartier für die Nacht zu suchen. Auf dem Weg dorthin wird aus der Idee ein Entschluß, denn der Regen wird immer stärker und die Beine lassen auch langsam nach.
Diesmal fahre ich wieder zuerst ins Office de Tourisme und frage noch einem Zimmer für die Nacht. Zuerst haben ich den Eindruck, die Mädels dort in der Ruhe zu stören, aber ich bekommen zwei Tipps (nur noch 2 Quartiere frei und dabei ist Lannion nicht mal sooo klein, es gibt sogar einen Flughafen). Ich probiere zuerst das nähere und muss dabei feststellen, dass es bis dort hin noch mal knackig den Berg raufgeht. So was sieht man auf den Stadtplan natürlich nicht.

   Aber ich habe Glück, das erste Quartier ist noch zu haben und ich bekomme ein richtig schönes Zimmer mit Terasse, einen Wäscheständer draußen, um die Klamotten zu trocknen und als ich in der Dusche bin, stellt mir die Hausfrau einen O-Saft, Kuchen und ein Crèpe ins Zimmer - nett.

   Bevor ich einziehe, versuche ich noch dem Hausherren klarzumachen, dass ich noch in ein Fahrradgeschäft will, weil meine hinteren Bremsen sind ziemlich abgefahren und die Schaltung hakt ziemlich. Anstatt mir groß zu erklären, wo ich hinmuss (ist wohl gleich um die Ecke) fährt er mir mit dem Auto voraus. Für die Verhandlung in der Werkstatt reicht mein Französisch gerade so und nach einer guten halben Stunde habe ich neue Bremsbeläge und die Schaltung geht wieder butterweich.