Nachdem es gestern ganz gut war, war ich dann guter Dinge, dass es heute weiter aufwärts geht.
Allerdings habe ich schon gegen 7:00h morgens die Regentropfen auf mein Dach prasseln gehört. Als ich dann gegen kurz nach 8 zum Frühstück gehe, hat es wenigsten wieder aufgehört, zu regnen. Die Temperaturen sind immer noch ganz angenehm, ich kann gut mit der kurzen Hose fahren. Aber schon bald ändert sich das Wetter wieder (das einzige was sicher ist: das Wetter ändert sich im Laufe des Tages...) und ich werde wieder nicht nur vom Schwitzen nass.
Am Sillon de Talbert mach ich nach etwa einer Stunde meine erste Pause und bin schon einigermaßen nass. Das Sillion ist eine vom Meer umspülte Landzunge, it recht bizarren Gesteinsformationen, das sieht fast wie eine Mondlandschaft aus (ähnlich wie in einem Bereich auf Jersey letztes Jahr). Aber bei dem trüben Wetter hält mich nichts weiter und ich rolle weiter.
Dann wird es aber immer schlimmer: Den ersten stärken Schauer warte ich unter dichten Bäumen ab und ca. 30 Minuten späte muss eine Bushaltestelle herhalten. Als es dann doch nach mal etwas weniger regnet, wage ich mich dort auch wieder raus, aber um ein paar Minuten später festzustellen, dass es wohl keine weise Entscheidung war. Mittlerweile bin ich fast nass bis auf die Knochen.
Als in dann in eine etwas größere Ortschaft komme - Treguier - ziehe ich die Reißleine und klopfe am ersten Chambre d'Hotes an, das mir über den Weg läuft. Es geht durch einen schönen Garten, das Haus ist aber ziemlich 70er-mäßig, aber ich mag nicht mehr suchen und nehme das Zimmer, auch wenn es kein Vergleich zu meiner letzten Unterkunft in Paimpol ist. Aber es gibt einen Trockenraum, wo ich meine patschnassen Klamotten zum Trocknen aufhängen kann.
Nach einer Dusche zum Aufwäremen und einem Nickerchen mache ich mich auf die Suche nach einer Bäckerei, damit ich mir Salami und Käse von gestern Mittag machen kann. Treguire ist nicht unbedingt das schönste Städtchen, das ich bisher gehen habe, teilweise sieht es recht trostlos aus, aber es gibt ein paar Restaurants und auch was zum Einkaufen. Aber nicht, womit man sich an einem so verregneten Tag die Langeweile vertreiben kann ( ach ja, habe ich schon erwähnt, dass es in meinem Quartier auch kein Internet gibt? - aber zum Glück habe ich das Handy dabei und kann mir weiterhelfen).
Nach dem Esssen vertriebe ich mit mit ein bisschen Spielen und Blog-Schreiben die Zeit.
Später werde ich - wenn es nicht regnet - zu dem ausgeschilderten größeren Supermarkt laufen und dort entscheiden, ob es heute Abendessen im Quartier gibt oder im Restaurant. Laut Wetter.com soll es morgen ein bisschen besser werden, noch gebe ich die Hoffnung nicht auf. Wenn es aber bis zum Wochenende so weiter geht, muss ich mir ernsthaft überlegen, ob ich nicht früher wieder heimfahren soll. Na ja, mal sehen - Kopf hoch!
In Laufe des Nachmittags ist das Wetter dann doch wieder besser geworden, zwischendurch spitzt sogar die Sonne mal wieder raus. Ich mach den geplanten Spaziergang und such mir dann ein Restaurant in der kleinen Altstadt am Hauptplatz, der von einer riesigen Kathedrale beherrscht wird. Das ist hier schon ziemlich auffallend: Jeder noch so kleine Ort hat eine relative große Kirche, die haben ganz schön gebaut, damals...
Ich bin gerade dabei, die Ruhe in der Kirche zu genießen, als mich ein paar komische Laute aufschrecken und ich sehe, dass ein Paar dem Ausgang entgegeneilt. Die werden doch die Kirche nicht zumachen, ohne nachzusehen, ob noch jemand drin ist! Und meine Wahrnehmung täuscht micht nicht, als ich zur Tür am Seitenschiff komme, macht der Mesner für mich die Tür wieder auf. Das hätte mir noch gefehlt, eine Nacht in der Kirche!