Na bitte, es geht doch! Heute war es wieder mal den ganzen Tag trocken! (Wenn man mal von den paar Tropfen am Nachmittag absieht, die trotz Sonnenschein vom Himmel gefallen sind)
Eigentlich war der Plan, in zwei Tagen nach Brest zu fahren und von dort aus die Heimreise anzutreten. Allerdings lief es ganz gut und die Strecke hatte nich mehr ganz soooo viel Steigungen, so dass ich dann gegen 16.00h (als ich schon knapp 100km zusammen hatte)beschlossen habe, draufzuhauen und die 130km (laut Navi) in einem Tag durchzuziehen. Wer weiß, wie morgen das Wetter aussieht und in einer großen Stadt wie Brest kann man sicher bei gutem und bei schlechtem Wetter was anfangen.
Als ich aufwache, ist draußen alles grau und trüb, aber es regnet nicht! Also noch schnell das Frühstück im Wohnzimmer eingenommen und gegen halb zehn bin ich auf der Piste. Es geht die Küste entlang gegen Westen, wobei auch hier ein Flusstal im Weg ist, bei dem ich Hin- und Zurückfahren muss. Die Landschaft hier sieht etwas trostloser aus als die letzen Tage, was aber auch daran liegen kann, dass sich die Sonne hinter einer geschlossenen Wolkendecke versteckt. Danach geht es weiter bis zum äußersten nordwestlichen Punkt der Bretagne, wo ich meine gewohnte Mittagspausse mit Baguette, Käse und Salami einlege. Das ist die Stelle, wo gegen Ende der 70er ein Öltanker gesunken ist und die gesamte Küste verseucht hat: die Amaco Cadiz. Man sieht immer noch am Wasserrand einen breiten braunen Streifen, wobei ich nicht weiß, ob das braune Algen sind oder immer noch Öl. Von dort aus geht die Straße fast immer entlang der Küste mit großartigen Ausblicken, jetzt kommt auch ein bisschen die Sonne durch. Das ist landschaftlich wohl der schönste Teil der Tour, es geht zwar immer noch auf und ab, aber die Steigungen sind nicht mehr ganz so heftig und ich komme gut vorwärts.
Gegen Nachmittag überlege ich mir langsam, ob ich mir ein Quartier suchen soll, oder ob es doch machbar ist, die Tour bis Brest durchzuziehen. Ich halte zwar Ausschau nach Quartieren, aber entweder ist die nächste Ortschaft (zum Abendessen) zu weit weg, oder im Ort findet man nichts. Die Office de Tourisme haben am Sonntag auch zu und sind somit keine große Hilfe. Also rolle ich weiter und irgendwann sehe ich an der Straße ein Schild: Brest - 18km, also noch eine Stunde und dann bin ich da. Damit ist die Entscheidung gefallen, meine Route geht über eine größere Bundesstraße, aber kurz darauf kommt ein Schild, welches die Radler auf eine kleiner Straße lotst. Das ist zwar schön (weil wenig Verkehr) und gut ausgeschilder, aber jetzt geht es wieder heftig rauf und runter. Irgendwann bin ich dann doch wieder zurück auf der Bundesstraße, wo die Autos an mir vorbeidonnern, aber ich komme die letzten Kilometer gut voran.
In Brest orientiere ich mich erst mal in Richtung Bahnhof, weil ich zuerst wissen will, wann ich heimfahren kann mir dann ein Hotel suchen. Wie gestern im Internet festgestellt, gibt es morgen keinen Zug Richtung Straßburg, der mich mit dem Fahrrad mitnehmen kann, erst am Dienstag. Auch gut, dann habe ich morgen einen Tag in Brest. Nachdem es am Bahnhof auch WiFi gibt, schaue ich noch mal nach preiswerten Hotels und finde eines unten am Hafen, 1km vom Bahnhof weg und buche das für die zwei Nächte. Dort angekommen, habe ich erst etwas Bedenken, ob das eine gute Wahl war, denn dort unten am Hafen sieht es nicht so prickelnd aus, aber das Zimmer sieht gut aus und ist prima sauber. Die erste Amtshandlung im Zimmer: Ausgiebig duschen und den Schmutz und Schweiß abwaschen! Direkt danach tappe ich los und schau mir die Restaurants um die Ecke an und lande in einer TexMex Bar, wo ich den Abend mit einem Glas Rotwein und einem Chef-Salat ausklingen lasse. Mal sehen, was der Tag morgen bringt.