3:15 aufstehen... aber was tut man nicht alles für seinen Urlaub. Nach der kurzen Nacht komme ich doch ganz gut raus, schnell ab in die Dusche, anziehen und die letzten Sachen zusammenkramen.
Danach reicht die Zeit noch für einen Kaffee mit Gitta im Bett. Während sich Gitta danach noch anzieht, lade ich meinen Kram ins Auto und wir machen uns auf. Zum Glück ist es vor dem Haus nicht ganz so kalt und wir müssen nicht kratzen - die Autos oben auf der Straße sind komplett vereist. Auf den Straßen kaum was los - wobei, einen Träumer haben wir aufgesammelt, der hatte sich nur ein paar kleine Gucklöcher freigekratzt und schleicht entsprechend durch die Gegend. Zum Glück biegt der in Reichelsdorf dann aber ab.
Gegen 4:50 sind wir dann am Flughafen und es heißt Abschied nehmen von Gitta. Uns ist schon die letztenTage klar geworden, dass die Aufteilung unserer Sporturlaube wohl nicht das gelbe vom Ei waren. Blöderweise kann man aber hier nicht so einfach die Pläne wieder umschmeißen. Also ein Abschied mit gemischten Gefühlen: zum einen freue ich mich auf die Tage in Salt Lake City und Umgebung, zum andereren weiß ich, dass Gitta in Gedanken gerne dabei wäre und mir geht es genau so: mir wäre lieber, sie wäre dabei.
Beim Gepäck aufgeben geht es heute superschnell, ich kann direkt an den Schalter und meinen Koffer, Stiefel und Ski abgeben, das dauert keine zehn Minuten. Daür ist die Schlange an der Security um so länger und kurzzeitig kommen die Erinnerungen an die Schlage in Frankfurt letztes Jahr beim Flug nach San Francisco. Aber nach einiger Zeit werden noch weitere Linien aufgemacht und ich komm dann doch nocht rechtzeitig durch. Heute geht es auch pünktlich nach Amsterdam, dafür sind wir aber so früh dran, dass das Licht nicht für Sonnenaufgangsfotos reicht. Der Flug nach Amsterdam ist dann auch gleich vorbei und ich mache mich dran, die knapp vier Stunden am Flughafen dort totzuschlagen.
Erst mal suche ich mein Abflug-Gate (D47), das ist ein anderes Terminal als bei Flug nach Kapstadt und dort wird sehr viel gebaut, demensprechend ungemütlich ist es dort. Aber mein Flieger scheint schon da zu sein:
Ich mache noch ein paar Spaziergänge und setze mich dann in einem gemütlicheren Bereich etwas hin und stöbere noch ein bisschen im Handy, müde bin ich irgendwie nicht so recht. Gegen 10 tappe ich dann wieder zurück zum Gate, wo sie vorab schon Passkontrollen machen und mich prompt als gefährlich einstufen und zum Sprengstofftest schicken. Natürlich finden die nix und ich darf wieder zurück ins Getümmel, nicht wie letztes Jahr in London, wo ich dann direkt einsteigen durfte. Beim Einsteigen gibt es dann die üblichen Schlangen und Wartereien, aber im Prinzip geht alle glatt und ich finde Platz für mein Handgepäck und sitze auf meinem Sitz. Das Wetter draußen ist hier ziemlich beschissen, es regnet die ganze Zeit.
Der Service hier bei Delta ist schon noch mal eine andere Hausnummer als beim letzten Flug mit KLM. Es eine Speisekarte mit Auswahl für Vor- und Nachspeise und eine große Liste mit nicht-alkoholischen Getränken, dazu noch Bier, Wein, Sekt (Gitta hätte sich gefreut) und Schnaps. Ich entscheide mich für Käse mit Oliven, Weintrauben und Mandeln und Gnocci mit Basilikum-Sahnesauce. Dazu noch etwas Rotwein, den Schnaps verkneife ich mir dieses Mal, ich muss nach der Ankunft ja noch Auto fahren. Das schmeckt lecker und ich schaffe es, nach dem Essen ein kleines Nickerchen zu machen. Demzuolge reicht es dann nur für einen Film (Jojo Rabbit – eine vollkommen abgefahrene Persiflage auf das dritte Reich) und ein paar Serien-Folgen und wir sind schon fast da, als noch ein Pizzaschnitte kurz vor der Landung gibt. Trotz gutem Wetter ist die Landung ein ziemliches Geschaukel aber letztendlich setzen wir sicher in Salt Lake City auf.
Bei der Einreise habe ich dieses Mal das Kreuz auf meinem Zettel und muss meine Fingerabdrücke nochmal am Schalter abgeben. Da der Flughafen hier nicht sehr groß ist, geht das auch ziemlich flott und ich mache mich auf die Suche nach meinem Gepäck. Die Stiefel kommen bald, dann aber erst mal nichts mehr. Da kommen die Gedanken an Denver vor drei Jahren hoch, als meine Ski es nicht geschafft haben. Aber dieses Mal geht es besser, der Koffer kommt und auch die Ski sind dann bald da.
Also raus in die Sonne und zum Shuttlebus zur Verleihfirma für das Auto. Blöderweise fährt der erst mal an mir vorbei, so dass ich noch etwas warten muss. Bei der nächsten Runde bin ich dann dabei und werde mit einer nicht vorhandenen Schlange dort entschädigt. Die Angestellte dort versucht mir noch, für $80 extra Versicherungen aufzuschwatzen, was ich ablehne und kurz darauf kann ich meinen SUV (mit 4WD) in Empfang nehmen. Allerding muss ich erst noch die ganzen Dellen reklamieren, die der Hyundai schon hat. Dann noch die knapp 30km ins Airbnb-Quartier und die Anreise ist geschafft.
Die Wohnung ist schön, an einigen Stellen etwas niedrig, aber es ist alles da: Kaffee, Filter, Gewürze, Essig und Öl und ein großer Fernseher. Nach dem Auspacken fahre ich erst mal noch einkaufen und genieße draußen die Sonne. Es fällt mir nicht ganz leicht mit für ein Abendessen zu entscheiden, weil ich eigentlich nicht richtig Hunger habe. Das liegt wahrscheinlich daran, dass es daheim schon mitten in der Nacht ist. Die Entscheidung fällt auf einen Salat und dazu Pizza-Bagel und natürlich Müsli und Joghurt für morgen früh, sowie Brot, Wurst und Käse zum Vespermachen morgen.
Zum Abendessen schaue ich dann mal, was der Fernseher hergibt: Hier gibt es sogar Netflix, so dass ich an die House of Cards Folgen anknüpfen kann, die ich vor einiger Zeit (bei letzten Flug nach Denver) angefangen habe. Allerdings drückt es mir dann sehr schnell die Augen zu, ich bin jetzt schon über 24h auf den Beinen und entsprechend müde bin ich. Gegen viertel neun gehe ich dann schon ins Bett (sehr angenehme Matratze, fast so gut wie daheim, aber nicht ganz…)
Morgen geht es dann für den ersten Skitag nach Brighton.