Heute mal kein Skifahren!

   Nach drei Tagen auf der Piste gönnen wir uns heute mal einen Tag Ruhe. Also erst mal ausschlafen und in Ruhe frühstücken. Danach geht es hinaus in die Sonne und ab auf die Interstate 15 Richtung Norden, dann ab nach Westen zum Damm auf Antelope Island, einer Insel im Salzsee von Salt Lake City (womit auch geklärt ist, woher die Stadt ihren Namen hat). Dass man sich auf dem Damm zur Insel befindet, merkt man fast gar nicht, rechts und links von der Straße ist kein Wasser. Das liegt daran, dass der See im Moment (nein, hat nix mit dem Klimawandel zu tun, dass geht immer hin und her...) wenig Wasser hat. Kleines Detail am Rande: der Salzgehalt im See ist mit 27% genau so hoch wie der im Toten Meer. (wenn das die Israelis wüssten...)

   Auf der Insel angekommen genießen wir die Ruhe dort, nur ab und und zu ein Vogel (entweder einer der zwitschert - aus Fleisch und Blut, oder einer der donnert, aus Alu) und noch seltener ein Auto. Ach ja, Bisons gibt es auch, aber die hört man nicht.

   Ein kleine Spaziergang führt uns auf einen Hügel und von dort hat man wieder einen sensationellen Ausblick über den See und die weit dahinter liegenden Berge - immer wieder beeindruckend, wie aprupt in den Rockies die Ebene in steile Berge übergeht. So was wie das Voralpenland fällt hier aus. Wir machen noch einen Abstecher weiter runter auf die Insel zu einer historischen Ranch - vor 113 Jahren gegründet. Die schaut aber eher industriell aus als interessant und wir machen uns auf den Rückweg. Wieder über den Damm zur Autobahn und dann rein in die Stadt.

   Erste Station ist das Kapitol - das Regierungsgebäude des Bundesstaates - ein riesige Gebäude aus grauem Granit und vielen Säulen. Nachdem wir von dort aus den Tempel (so heißt der hier wirklich) sehen können, lassen wir das Auto stehen und laufen den Berg (wollten wir eigentlich heute nicht, oder -Gitta?) runter, vorbei am Office-Turm der Mormonen-Kirche (wozu braucht eine Kirche einen Wolkenkratzer als Bürogebäude, haben die zu viel Geld?) bis zum Tempel, heute noch bei Tageslicht. Aber auch tagsüber ist die Kirche zu (was es dort wohl zu sehen gibt und man vor der Öffentlichkeit geheim halten muss?). Wo man rein darf, ist der Tabernakel, eine Konzerthalle mit einer Riesenorgel.

   Zu Schluss drehen wir dem Mormomen-Bezirk den Rücken zu und laufen den Berg hoch zur Kathedrale de la Madeleine (fertig gebaut 1903, erinnert ein bisschen an Notre-Dame. Zu unserer Überraschung ist die dann auch offen und wir können die Inneneinrichtung bewundern, ähnlich wie viel ältere Kirchen in Paris, nur wesentlich besser geheizt.

   Der krönende Abschluss ist dann Abendessen beim Mexikaner, diesmal bekommen wir auf Anhieb einen Tisch und sind erst mal völlig überfordert mit der Riesen-Auswahl auf der Speisekarte. Mit ein bisschen Karte studieren kommen wir dann aber doch zu einem Entschluss und schlagen uns - vom Geschmack überwältigt - den Bauch voll, wobei Gitta viel mehr Wasser trinkt, als gewollt, weil kaum, dass sie einen Schluck vom (im Preis inbegriffenen) Wasser genommen hat, kommt ein Keller gesaust und schenkt nach. Zum Glück wird man davon nicht betrunken.