Auch wenn wir gestern abend furchtbar müde waren, lässt uns die Zeitverschiebung nicht so prickelnd schlafen, aber wir sind froh, dass wir es trotzdem schaffen, bis um halb sechs in vielen kleinen Etappen zu schlafen.
Das ziemlich harte Bett trägt auch nicht unbedingt zur Erholung bei. Zumindest mussen wir nicht warten - außer vielleicht darauf, wieder einzuschlafen. Ein Blick aus dem Fenster verspricht nicht allzu gutes, es schüttet zwar nicht mehr wir gestern abend auf dem Weg vom Flughaufen hierher, es ist nass und grau draußen. Aber wir lassen uns nicht unterkriegen und nehmen den ersten Punkt in Angriff, von dem wir glauben, den muss man in San Francisco gesehen haben: die Golde Gate Bridge.
Auf dem Weg dorthin wollen wir uns noch mit Wasser und Müsli für das Frühstück eindecken, aber auf dem Weg dorthin finden wir keinen Supermarkt. Komisch, sonst wenn mann unterwegs ist, findet man alle Naselang einen Supermarkt, aber dann, wenn man einen braucht, ist keiner da. Zumindest bekommen wir einen Eindruck von der Stadt. Es ist schon beeindruckend, wie die Erbauer der Stadt die so in den Hang reingebaut haben. Wir sind nicht ganz so schnell mit dem Auto unterwegs, dass wir runterwärts nach den Querstraßen abheben würden.
Eigentlich wollten wir nicht über die Brücke fahren, sondern drüber joggen, aber leider verpasse ich die Ausfahrt vor der Brücke zum Parkplatz, also geht es erst mal drüber. Zum Glück gibt es auf der anderen Seite auch direkt einen Parkplatz, wo wir die ersten Fotos schießen und das Auto stehen lassen können. Also dann die Schuhe geschnürt und los. Das Wetter ist immer noch trüb, nachdem wir die Brücke überquert haben, kommt doch etwas die Sonne raus, wie auf den Fotos zu sehen ist. Zwischendurch pfeift uns der Wind um die Ohren aber im großen und ganzen sind wir mit kurzer Hose bzw. T-Shirt ganz gut angezogen, Ziemlicher Unterschied zu daheim.
Auf der Brücke kommen uns einige Jogger entgegen, die meisten sind ziemliche Stoffel und kaum einer sagt mal hallo. Aber es gibt auch Ausnahmen. Als wir zurück sind (nach genau 6km) ist die Sonne wieder weg also schnell wieder ins Auto und zurück Richtung Quartier. Auch auf dem alternativen Weg zurück läuft uns kein Supermarkt über den Weg, Beim Losfahren heute morgen habe wir gleich um die Ecke unseres Zimmer einen gesehen, der gehört jetzt uns und das Frühstück ist geritzt, auch wenn das Müsli sich nicht als die Geschacksexplosion entpuppt.
Nach der Mittagspause machen wir uns mit dem Bus auf in Richtung Innenstadt, nachdem der Verkehr auch am Sonntag schon ziemlich dicht ist und es mit den Parkplätzen am Pier angeblich nicht so prickelnd aussieht. Die Bushaltestelle ist nicht weit weg von unserem Haus und auf dem Weg dorthin sehen wir schon den Bus kommen, den wir mit etwas rennen auch noch kriegen. Also auf mit der Linie 8 zum Fishermans Warf am oberen Ende der Halbinsel. Nach dem Einsteigen die erste Überraschung: cash only und no change - als passend zahlen. Nach etwas Hin- und Hergeplänkel (was kostet die Fahrt? ...25.000...???...guter Preis...für wen?...) kommt gleich die nächste Überraschung: Der Fahrer winkt uns durch und so kommen wir in den Genuß einer Gratis-Busfahrt. So was haben wir auch noch nicht erlebt.
Am Pier angekommen ist das Wetter wie bei uns im April: Sonne, Regen und Wind wechseln sich schnell ab. Aber dadurch kommen wir zu einen beeindruckenden Regenbogen über der Bay. Und die Seehunde auf den Pontons scheinen die Temperatur zu genießen. Nach einem Bummel durch die Touri-Geschäfte machen wir uns auf zum zweiten wichtigen Programmpunkt heute: Das Cable Car:
Die Schlange dort sieht gar nicht so lang aus, jedoch haben es die Fahrer haben es nicht eilig, uns so heißt es wieder mal: warten. Kurz bevor wir einsteigen können ist der Wagen voll, zum Glück steht der nächste schon bereit und wir haben den Vorteil, dass wir uns den Platz aussuchen können. Das Ding rattert sich die Berge rauf und runter, das ist schon ein Erlebnis, wie der Fahrer mit zwei Steuerknüppeln Gas gibt und bremst. An der Endstation angekommen tappen wir duch die beeindruckende Mischung aus alten und neuen Gebäuden Richtung Chinatown - ein Tips vom netten Busfahrer heute morgen - denn im Moment feiern die dort das chinesische Neujahrsfest. Die Aktionen dort neigen sich schon dem Ende zu und auch die Restaurants dort sehen nicht wirklich einladend aus, so dass wir uns entscheiden, in einem Pub, das wir auf dem Weg dorthin gesehen haben, Abend zu essen.
Die Entscheidung war gut, wir bekommen super-leckeres Essen (Fried Calamari, Chicken Wings und Pommes, die wir uns teilen) und schlagen uns damit den Bauch voll und ignorieren den im Fernsehen laufenden Super-Bowl... Na ja, fast, immer wieder muss man doch hingucken. Die Busfahrt zurück gestaltet sich dann etwas schwieriger, weil die Gegenrichtung der Linie 8 einen anderen Weg fährt. Aber auch das bekommen wir hin, genau so wie das passen zahlen für die Tickets, so dass wir gegen 9 ziemlich platt im Quartier ankommen und den Abend mit einem Tatort in der Mediathek abschließen. Danach pfeift es uns ziemlich schnell weg und wir träumen vom zweiten Tag in San Francisco mit einem Spaziergang über die Treppen.