Na, der Blick heute morgen aus dem Fenster verheißt nichts gutes: regnerisch und trüb und grau...
Und nachdem wir den Kaffee und Müsli hinter uns haben, meldet sich auch noch Greg, unser Guide, der uns heute Nachmittag noch durch ein paar versteckte Ecken von San Francisco führen will: Der Rest der Truppe hat witterungsbedingt abgesagt und wir könnten auch stornieren, wenn wir das wollen. Nach kurzer Überlegung entscheiden wir uns, auf besseres Wetter am Nachmittag zu setzen und sagen zu. Auch heute wollen wir mit dem Bus zum Treffpunkt fahren und ich rätsle, wie ich am Besten zu Kleingeld komme. Ein Blick ins Internet hilft: Auch hier gibt es eine App, mit der man online Tickets kaufen kann. Also schnell die App heruntergeladen und zwei Tickets für uns bestellt. Das ist zwar eine halbe Weltreise, aber immer noch besser als mitten in der Stadt nach einem Parkplatz suchen - wenn man von dem Kiffer absieht, der mit seinem Joint einsteigt und die Luft im Bus nicht unbedingt mehr atmenswert macht. Das Wetter ist inwischen besser und Greg kommt sehr pünktlich, so dass wir gut loskommen. Schon gleich nach ein paar hundert Metern stoßen wir auf die erste Treppe, die von Anwohnern in Eigenregie veschönert wurden:
Nachdem diese Treppe in Verlängerung einer Straße verläuft, ist sie auch als solche in verschiedenen Karten eingetragen, was neue Taxi- oder Uber-Fahrer immer wieder in Schwierigkeiten bringt, wie uns Greg mit einem Schmunzeln erzählt. Die Tour geht heftig über viele Stufen und steile Straßen hinaus zum höchtsten Punkt mit einer supertollen Aussicht in alle Richtungen, auf den Ozean, auf die Golden Gate Bridge und Downtown San Francisco. Allerdings pfeift dort oben ein heftiger Wind. Alles in allem war es die richtige Entscheidung, die Tour stattfinden zu lassen, wir hätten bestimmt was verpasst.
So geht es über Stock und Stein - nur unterbrochen von eine kurzen Unterstellpause, weil sich doch ein Regenschauer zu uns verirrt. Der ist zum Glück gleich wieder vorbei und wir bewundern noch die verschiedensten Häuser auf den Höhen von San Francisco. Nach den knapp drei Stunden sind wir ziemlich erledigt und folgen einem Tip von Greg und kehren noch bei einem Mexikaner dort unten ein.
Das erweist sich allerdings als nicht so wie erwartet: die Bedienung ist zwar nett, aber das Essen, das wir uns - in Erinnerung an die guten Erfahrungen an letztes Jahr in Salt Lake City - aussuchen, ist nicht der Brüller - und das ist noch milde ausgedrückt. Klang eigentlich gut, mit einer Schokoladen-Nuss-Sauce. Allerdings sich da Zwiebeln drüber, die schmecken, als ob sie durch die Handwaschseife gezogen waren. Nachdem ich die runtergenomme habe, ist es zumindest genießbar. Die Kellnerin ist etwas überrascht ob meiner Frage, was das für spezielle Zwiebeln seien, entscheidet sich dann aber dankenswerterweise dafür, das eine Essen nicht zu berechnen.
Danach geht es wieder mit dem Bus - das Ticket gilt den ganzen Tag - zurück ins Quartier, wo wir unsere müden Beine schnell hochlegen und einen ruhigen Abend einlegen. Morgen geht es dann weiter nach Carson City.