Es neigt sich dem Ende zu. Heute wollen wir noch mal die Innenstadt von Kapstadt unsicher machen und Robben Island besuchen.

   Die Idee ist, wieder ziemlich weit runter zum Ufer zu fahren, durch die Stadt zu bummeln und um 13h unseren bereits gebuchten Trip auf die Gefängnisinsel anzutreten. Allerdings macht uns das gestern schon beobachtete Treiben wegen des Rugby-Turniers zu schaffen, je näher wir an das Ufer (und damit das Stadion) kommen, desto langsamer geht es vorwärts. Wir entscheiden uns, etwas weiter weg nach einem Parkplatz zu suchen und finden prompt ein kleines Parkhaus mit freien Plätzen. Eine Nachfrage bei anderen, die dort auch parken bringt eine schöne Überraschung: Anscheinend ist das Parkhaus am Sonntag kostenfrei?

   Also machen wir uns per pedes auf in Richtung Waterfront, überholen fast die im Stau stehenden und suchen nach dem Green Point Market. Nur leider habe ich nicht ganz zugehört, was Tauriq mir gestern empfohlen hat: Er meinte den Green Market, der aber nicht am Wasser, sondern in der Innenstadt ist. Herausbekommen habe ich das nur mit Hilfe eines freundlichen Bistro-Besitzers, den ich in meiner Verzweiflung gefragt habe. Das führt dann zur Planänderung, wir laufen gleich runter zum Wasser und bummeln dort durch die kleinen Läden auf der Suche nach Erinnerungen und Mitbringseln. Zwischendurch stärken wir uns mit Kaffe und Plätzchen und sind dann viertel vor ein am Pier und reihen uns in die Schlange zur Fähre nach Robbin Island. Was wir dort wollen? Das ist die Insel, in der Nelson Mandela bis zum Ende der Apartheid 1994 für viele Jahre eingesperrt war.

   Vor dem Einsteigen übertreiben es die Ordner etwas mit dem Kontrollieren, wir müssen unsere zwei Mal vorzeigen, obwohl wir beim ersten Mal schon einen orangen Punkt aufgeklebt bekamen. Nach einer guten halben Stunde warten kommen wir dan endlich auf die Fähre und kurz darauf schaukeln wir schon los. Das ist im wahren Sinn des Wortes gemeint, bedingt durch die Wellen rollt der nicht ganz kleine Kutter ziemlich um die Längsachse und einigen Passagieren schlägt das ziemlich schnell auf die Gesichtsfarbe. Zum Glück ist das nach knapp einer halben Stunde auch schon wieder vorbei und wir tappen los zum ersten Teil des Trips mit dem Bus, wo uns die Geschichte der Insel - vom ersten Leuchtturm über Krankenexil und Kriegsstützpunkt bis hin zur Gefängnisinsel erläutert wird.

   Die zweite Hälfte wir von einem ehemaligen Insassen des Gefängnisses bestritten, der sehr eindringlich von seinen Erfahrungen dort als Insasse berichtet. Geschichtsunterricht live! Danach tappen wir ziemlich bedröppelt wieder zurück zur Fähre und schaukeln wieder zurück - auch diese Mal ohne Rückgabe des Mageninhalts.

   Nach einem kleinen Umweg auf dem Weg zurück ins Parkhaus fahren wir zurück Richtung Unterkunft und steuern in der Nähe ein kleinen Restaurant am Strand an. Dort genießen wir unser letztes Abendessen in Südafrika mit einem herrlichen Blick auf den Sonnenuntergang und lassen es uns gut gehen.

   Danach geht es kurz zurück in die Wohnung zum Packen, Duschen und Aufräumen und gegen halb zehn machen wir uns auf in Richtung Flughafen. Das birgt ein paar Klippen in sich (ja, links rum ist immer noch die kleine Kurve - das kann ja was werden - und die Tankstelle am Flughafen ist sehr versteckt). Diese Probleme sind aber lösbar und wir stehen rechtzeitig zum Check-In in der Schlage, geben unser Gepäck ab und bummeln noch etwas durch die noch offenen Shops in der Abflughalle. Nachts um halb eins soll dann der Flieger nach Amsterdam starten.