Au weia, unser Tour-Guide für heute ist ein Frühaufsteher. Er hat uns auch einen Abholservice angeboten, hat aber angekündigt, um zehn nach sechs (morgens!) an unser Wohnanlage zu sein.
Das erfordert von uns dann doch einiges an Disziplin, im Urlaub so früh aufzustehen. Aber was solls, wir wollen ja heute den Tafelberg erkunden und wir sind dann vor sieben am Ausgangspunkt der heutigen Wanderung, wo wir Justin aus Bristol - den einzigen weiteren Gast - treffen. Tauriq, unser Guide verteilt noch ein paar Regenjacken und schon geht es los: Sowohl mit der Wanderung als auch mit dem Regen! Innerhalb von ein paar Minuten ist meine kurze Hose komplett nass, das kann ja heiter werden. Zum Glück dauert der Guss nicht lange, aber die Wolken, beziehungsweise der Nebel lichten sich nur selten und wenn, dann gestatten immer nur kleine Fenster einen Teil-Blick auf Kapstadt. A propos Fenster: die Route, die wir heute gehen werden heißt Indian Venster, benannt nach einem Fenster im Felsen etwas weiter oben. Laut Tauriq ist das die wesentlich schönere Route, verglichen mit der Standard-Route, die die meisten Touristen gehen. Angeblich sind es 5 bis 6 etwas schwierigere Passagen auf dem Weg zum Gipfel.
Nach eine guten halben Stundem müssen wir das erste mal alle viere einsetzen und über einige Felden hochkraxeln. Un das steigert sich von Mal zu mal, jedes Mal, werden die Tritte steiler und erfordern größere Schritte und dass man sich mit beiden Arment hochzieht. Also so einen Steig bin ich im meinem Leben noch nicht hoch. Zwischendrin komme ich wirklich an die Grenzen meines Mutes, mich so hochzuziehen, dass meine Hände mich nur noch in Hüfthöhe festhalten. An der Stelle wäre ich fast umgekehrt, aber die bisher überwundenen Kletterpartien möchte ich im Leben nicht wieder runter müssen. Also allen Mut zusammennehmen und hoch mit dem alten Kadaver - na bitte, geht doch. Ich muss Tauriq wirklich ein dickes Lob aussprechen, wie er uns drei durch die schwierigsten Partien manövriert und uns zu Leistungen bringt, die wir niemals für möglich gehalten haben.
Die zum Bewundern der Aussicht gedachten Pausen verwenden wir zum Verschnaufen und Mut schöpfen, von einer Aussicht ist wegen des permanenten Nebels immer noch nichts zu sehen. Was man aber hier sehr woh - zu unserer allgemeinen Überraschung bewundern kann, sind massenhaft Bergblumen.
Nach knapp vier Stunden nur aufwärts gehen oder kraxeln erreichen wir den Gipfel des Tafelberges, der sich heute leider komplett im Nebel versteckt. Zum Glück für Sophie und Gitta löst er sich auch nicht auf, als wir mit der Seilbahn wieder runterfahren. Ich hätte mir spätestens jetzt etwas mehr Sicht gewünscht. Wie versprochen, setzt und Tauriq wieder an unserem Quartier ab und wir sind erst mal fix und fertigt. Erst am Nachmittag sehen wir und dann wieder in der Lage, das naheliegende Einkaufzentrum anzusteuern, nach Mitbringseln zu suchen und was für as Abendessen einzukaufen.
Dementsprechend platt fallen wir abends in die Federn, morgen ist zum Abschluss noch mal Kapstadt angesagt.