Der zweite Tag fängt damit an, dass wir mit dem Zeitmanagement noch nicht so ganz übereinstimmen. Um 07:00 Uhr klingelt der Wecker und wir haben für duschen und was frühstücken gut eine Stunde Zeit.

   Wir starten ein wenig in Hektik und stellen fest, der Ein oder Andere hat was vergessen (Zähne putzen zum Beispiel). Der gebuchte Trip soll um 09:00 Uhr starten. Wir machen uns rund 08:15 Uhr auf den Weg, quer durch Kapstadt und kommen wohlbehalten am Treffpunkt an. Ein kleines Kaffee, ein bisschen alternativ angehaucht, aber sehr einladend. Hier werden wir von Nicole, unserem Guide, und Nic begrüßt. Es reicht noch für einen Cappuccino und einen kleinen Rundgang in dem hübschen anliegenden Shop. Was folgt ist die Begrüßung und kurze Beschreibung der Reiseroute, sowie ein kurzes „Hallo“ für zwei mitfahrenden Mädels aus England und Schottland. Unser Auto durften wir auf dem Gelände stehen lassen. Beruhigend, da in der Umgebung nicht klar ist wo man länger parken kann.

   Nicole ist ein nettes Mädel, was gern und laut Musik hört und ne Menge weiß über das Land und die Region. So erfahren wir während der Fahrt, dass es die „Weißen“ jetzt ein wenig schwerer haben einen guten Job zu bekommen und auch das es in den Unis eine Quote gibt. Es besteht jedoch Hoffnung, dass sich die Jugend ein wenig annähert und beginnt umzudenken.

   Erster Halt ist Muizenberg mit seinen kleinen bunten Häuschen am Strand (man kann sich dort umziehen). Die Geschichte erzählt, dass diese früher einmal ganz weiß waren und irgendwann jemand mit dem bemalen angefangen in den Farben der südafrikanischen Flagge und um die Vielfalt des Landes darzustellen, von den vielen verschiedenen Menschen. Jeder macht seine Fotos und weiter geht’s nach Kalk Bay. Ein kleiner Fischerort mit Hafen und Minishoppingmeile. Nicole kennt sich aus und wir nehmen einen kleinen Snack in einem „Restaurant“. Von außen nicht wirklich fein aber es gibt hier den wohl frischesten Fisch in der Umgebung. Sozusagen vom Meer auf den Tisch. Sie hatte Recht, der Fisch war lecker.

   Frisch gestärkt machen wir uns auf in Boulders Beach, den Pinguinen von Südafrika einen Besuch abzustatten. Diese kleinen watschelnden Vögel in ihren Fracks sehen einfach zu putzig aus. Einige befinden sich in der Mauser und schauen ein wenig langsam. Die Ärmsten müssen sich für diese Prozedur eine Fettschicht anfuttern, denn in dieser Zeit von ca. 4 Wochen, können sie nix zu sich nehmen. An einem Strand, wo die Besucherzahl limitiert ist, kommen wir den kleinen Frackträgern so nah, dass wir sie berühren könnten. Ab und zu läuft auch ein „Dassi“ dort rum. Ein kleines Nagetier, wo der nächste Verwandte der Elefant ist. Kaum vorstellbar.

   Das kuscheln hat sein Ende, ab ins Auto und auf zum südlichsten Zipfel von Südafrika. Wir fahren über eine Küstenstraße mit immer wieder atemberaubenden Ausblicken und gelangen zum Gate vom Kap der guten Hoffnung. Bevor wir dieses aber sehen heißt es die Treppen rauf zum Cape Point. Gefühlte 10 Stockwerke in einem knappen Kilometer nach oben. Die Aussicht von diesem Punkt entschädigt für alles. Auf dem Parkplatz nehmen wir unser Lunch ein, was im übrigens vom Veranstalter zubereitet wurde und sehr lecker war. Gestärkt nehmen wir Kurs direkt zum Kap. Unterwegs begegnen uns ein paar Strauße, direkt am Meer. Das Kap selber wäre sicherlich ohne seine vielen Besucher nicht wirklich spektakulär. Auf zwei Tafeln stehen alle Informationen und das Fotoschießen muss zügig gehen, denn hinter einem warten noch Viele. Der Erlös vom Eintritt geht zu 100 % in den Erhalt dieses wunderschönen Fleckchens Erde.

   Auf dem nächsten Halt, Chapman's Peak, wartet ein Beertasting von südafrikanischen Bieren. Wir fahren an einem Townschip und einer Ortschaft vorbei. Über den Ort, so erzählt Nicole, durften früher die „Schwarzen“ nicht in die Stadt der „Weißen“ fahren, wenn sie keinen Job hatten und wurden verhaftet, wenn sie es dennoch taten. Das Township ist riesig und man hat bereits versucht eine Menge Geld zu investieren um es aufzulösen bzw. zu verbessern. Selbst Obama hat diesen Ort besucht und einiges investiert. Bis heute leider vergebens. Chapman's Peak liegt an einer Bergkette mit unterschiedlichen Steinschichten. Traumhaft von hier oben auf das Meer zu schauen. Das Bier sagen wir mal, ist oder war gewöhnungsbedürftig, wenn man aus Franken kommt.

   Ein kleiner Insidertipp ist der vorletzte Halt in einer kleinen Bucht. Hier trifft sich die Jugend um den Sonnenuntergang zu bewundern oder einfach nur um zu feiern. Wir bekommen zum Fastabschied einen wirklich leckeren Gin-tonic zu trinken, welcher selbst nach fast 10 Stunden Tour mit Eis serviert wird. Lecker!

   Der Mojo-Market ist die letzte Station und hier sagen wir alle „Tschüss“, bekommen noch ein paar Tipps für den Markt, was das Abendessen betrifft und Nicole fährt, nach kurzer Wegbeschreibung zu unserem Auto, in den wohlverdienten Feierabend. Im Mojo-Market gibt es zig Leckereien zum Essen und wir entscheiden uns für eine Pizza, für jeden nach Wunsch. Da in Markt WLAN ist, schauen wir kurz auf die Karte wo der Local Knowledge Tour Club sich befindet. Erschreckend stellen wir fest, 3,5 km bis zum Ausgangspunkt. Der Wind an der Strandpromenade ist nicht wirklich angenehm, aber was soll’s jeder von uns Dreien hat ein paar Sprüche auf den Lippen und wir lachen dabei und schaffen den Weg zurück zum Club. Irgendwann unterwegs haben wir wohl auch darüber gelacht, was ist wenn da niemand mehr ist, was ist dann mit dem Auto…. Das Unken hierüber tritt tatsächlich ein und die Laune geht in den Keller. Was ist zu tun an der Stelle, da wir weder eine Telefonnummer haben noch die Gelegenheit kostengünstig zu telefonieren.Da wir ja an einigen Restaurants vorbeigekommen sind, begeben wir uns dort hin. WLAN an und über (dank Facebook) eine Nachricht via Messanger an den Club. Jeder wartet gespannt auf eine Antwort, welche tatsächlich binnen 5 Minuten eintrifft. Wir trinken gemütlich unser Drinks aus und trotten zurück. Nicole wartet schon, entschuldigt sich und wir fahren vom Hof. Ende gut alles gut. Es war rundum ein gelungener Tag mit einem „Erzählende“. Wir haben viel gesehen und gelacht, ca. 22.000 Schritte absolviert und sind totmüde ins Bett gefallen. Morgen wird es nicht so stressig, wir reisen nach Hermanus in der Hoffnung auf eine Walsichtung.