OK, um halb neun macht der Supermarkt auf, vorher brauchen wir gar nicht aufstehen. So oder so ähnlich waren unsere Gedanken gestern Abend.
Das ist auch richtig, aber die Auswahl ist genauso beschränkt wie gestern Abend, die Tüte mit den Luftbrötchen, die wir gestern schon nicht wollten, liegt immer noch im Regal. Konsequent wie wir sind, lassen wir die auch heute liegen und verlassen den einzigen Supermarkt vor Ort gleich wieder. Beschluss: Wir gehen nebenan in die Kneipe zum Frühstück. Ein Blick auf die Eingangstür bringt uns auf den Boden der Tatsachen zurück: Geöffnet ab 9:30. Also noch eine Weile hin. Wir beschließen, die Zeit mit noch einem Kaffee aus unserer eigenen Küche zu überbrücken. Punkt halb zehn stehen wir dann auch auf der Matte und begehren Frühstück. Das klappt auch gut, English Breakfast mit Cappuccino, nur Gitta fällt mit Ihrem Sandwich etwas aus der Reihe.
Wir haben uns für heute eine kleine Wanderung, den Salt River Hiking Trail vorgenommen. Laut Internet braucht man dazu ein Ticket, weil die Anzahl der Leute limitiert werden soll. Eine kurze Rücksprache mit unserer Vermieterin ergibt, dass diese Information längst überholt ist. Gut so, denn damit sparen wir uns eine Fahrt zum Campingplatz um die Ecke und können direkt los. Sie gibt uns aber noch einen anderen Tip mit: Wenn die Flut nicht zu hoch steht, dann könnt ihr erst am Strand entlang laufen und dann den Hang hoch. Es kann euch aber auch passieren, wenn ihr zu spät dran seid, dass ihr umkehren müsst und erst in die andere Richtung laufen müsst.
Wir tappen also los – mit unseren Wanderstiefeln über den Sandstrand – und der Weg wird immer schmaler. Eine Viertelstunde später sind wir heilfroh, dass wir festes Schuhwerk anhaben, weil der Weg erfordert einiges an Kletterei über die Klippen am Strand – inklusive Nahtoderfahrung für Gitta und Sophie und nasse Füße von einer Welle für mich. Die Kletterei wird kurz darauf dann belohnt von einer wunderschönen und fast menschenleeren Bucht, dort wo der Salt River ins Meer mündet. Dort ist das Wasser auch etwas wärmer, weswegen wir die Gunst der Stunde nutzen und ins kühle Nass springen. Das tut so richtig gut nach der Kletterei. Danach lassen wir uns die Sonne noch auf den Pelz brennen, bevor wir uns über den Berg auf den Rückweg machen. Da ist erst mal wieder ein strammer Aufstieg angesagt, was den Schweißpegel wieder in die Höhe treibt. Zum Glück ist ab dem halben Hang wieder Wald, so dass die Sonne nicht mehr zu arg auf den Pelz brennt. Beim Abstieg entschädigt uns ein traumhafter Ausblick auf die Bucht von Nature Valley, ein echter Traum.
Unten angekommen, beschließen wir, gleich noch einmal ins Meer zu springen, weil wenn wir erst mal auf der Terrasse sitzen, kommen wir bestimmt nicht wieder hoch. Das ist zwar anstrengend, aber mit den ziemlich großen Wellen auf ein Riesenspaß. Gitta findet die Wellen einfach umwerfend und treibt so locker flockig mal an Sophie vorbei. (Bitte keine Fragen nach dem Sitz der Bikini-Hose ;-) )
Dann reicht es aber und wir erholen uns auf der Terrasse bei Cola und Wein. Gegen halb sieben tappen wir dann ins Nachbargebäude und nehmen unser Nikolaus-Mahl im Garten in kurzer Hose und T-Shirt ein: Chicken Brest Burger, Chicken Cheese Strip Burger und Strauß-und Calamari-Burger. Super-lecker und zum Glück geht nach dem Essen auch der Kartenleser wieder. (Stromausfall haben die hier immer wieder und dann gibt es auch kein Internet, aber die meisten habe ein Notstromaggregat, so dass sie sich zu helfen wissen und auch die Küche warm bleibt.)
Mit vollgeschlagenem Bauch wanken wir wieder zurück in unser Quartier und lassen den tollen Tag ausklingen. Morgen ist dann Kajak-Fahren angesagt.