So langsam haben wir es im Griff, wann wir aufstehen. Vor dem Frühstück in der Kneipe um die Ecke reicht es aber noch für zwei Kaffee.
Heute sind mal keine English Breakfast angesagt, sondern Ciabattas und Sandwiches. Bevor es aber zur Sache (=zum Frühstück) geht, bittet uns die Kellnerin noch kurz ins Restaurant denn draußen soll noch schnell mit dem Laubbläser die Terrasse sauber gemacht werden. Zum Glück dauert das nicht lang und wir können uns gleich im Freien die Wampe vollschlagen. Ziel heute: Die Kanu-Tour auf dem Stormy River. Wir beschließen, zeitig loszufahren und unterwegs noch an der Bloukrans-Brücke anzuhalten, die mit 216 Metern höchste Brücke auf der Garden Route. So ganz nebenbei dient die Brücke auch als Startpunkt für den weltweit höchsten Startpunkt für einen Bungee-Sprung. Als wir ehrfurchtsvoll vom Aussichtspunkt auf die Brücke gucken, werden wir Zeugen von zwei ganz Verrückten, die sich dort an einem Seil in die Tiefe stürzen. Das ist nichts für meines Vaters Sohn. Und ganz bestimmt nicht für meine Begleiterinnen.
Eine halbe Stunde später kommen wir an der Mündung des Stormy Rivers an und müssen erst noch etwas warten, bis unsere Gruppe an die Reihe kommt. Wir nutzen die Zeit, um noch etwas Sonne zu tanken (die sich heute etwas versteckt) und Dassies zu beobachten – die super-niedliche Mischung aus Meerschweinchen, Hasen, Murmeltieren und Hunden, die es hier wie bei uns daheim Feldhasen gibt.
Dann ist es endlich soweit und wir werden mit Schwimmwesten und Helm ausgestattet, Sophie leiht sich noch ein paar Wasserschuhe. Gitta’s und meine Turnschuhe werden als gut bewertet, aber mit dem dringenden Hinweis versehen: Die werden nass. Dann werden die Kajaks aufgeteilt: Gitta und ich teilen uns eines und Sophie bekommt eine Einheimische als Beifahrerin zugeteilt. Deren erste Amtshandlung: erst mal schnurstracks gegen die Hafenmauser paddeln.
Dann geht es erst mal über den Ozean zur Flussmündung und dann den Fluss rauf in die Schlucht. Gitta und ich schwingen uns langsam ein, bei Sophie und ihrer Gefährtin kommt der gemeinsame Rhythmus nicht so ganz in Schwingung. Die Schlucht ist wirklich eine Reise wert, wir paddeln langsam an Höhlen vorbei und die Bögen des Flusses entlang. Als dann langsam Steine im Wasser auftauchen, steigen wir um auf sogenannte Lilo’s (bei uns würde man Luftmatratze dazu sagen, die aber etwas stabiler aussehen). Überraschenderweise kommt man damit auch gut vorwärts und wir schippern durch das immer enger werdende Flusstal hinauf.
Zum Abschluss stellt und unser Guide noch frei, von den Felsen am Rand in den Fluß zu springen. Sophie und ich stellen uns der Mutprobe (zu Neudeutsch: Challenge) und kraxeln die Felsen hoch. Gitta übernimmt den Job des Fotographen und Filmers. Das dauert eine Weile, bis man im Flug die 6 Meter bis zum Wasser überwunden hat. (wenn ich mit vorstelle, wie lange das bei einem Bungee-Sprung über 100m dauert, wird mir anders…)
Danach geht es wieder auf dem gleichen Weg zurück (das vollaufende Kanu lassen wir mal unerwähnt…), bis wir wieder festen Boden unter den Füßen haben. Zum Glück haben wir einen zweiten Satz Klamotten dabei, die ersten sind wirklich nass bis zum geht-nicht-mehr.
Auf dem Heimweg machen wir noch einen kleinen Umweg über einen „richtigen“ Supermarkt und decken und mit Abendessen und Frühstück ein. Mit drei richtig leckeren, dicken Steaks beschließen wir den heutigen Tag und freuen uns auf morgen, da geh es weiter zum Addo-Nationalpark mit den großen wilden Tieren.