Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Dass das auch im Urlaub gilt, mussten wir heute früh am Eingang zum Addo erfahren:
Auf der Karte, die wir gestern bekommen hatten, stand was davon, dass der Park um 5:30 aufmacht. Als wir um 6:40 von der Rezeption stehen, wundern wir uns erst mal, dass da noch finster ist. Wir fahren weiter zum Gate, wo auch schon jemand steht, der uns aufklärt. Der Park öffnet wirklich um 5:30, aber nur für die Gäste, die auch im Park wohnen. Alle anderen – und damit auch wir – müssen bis um 7:00 warten. Na zum Glück sind wir nicht so früh aufgestanden, dass wir um halb sechs auf der Matte gestanden hätten…
Die zwanzig Minuten warten schaffen wir dann auch noch, nur um dann bei der – jetzt auch besetzten – Rezeption von einem weiteren Stromausfall gebremst zu werden: ohne Strom, kein Ticketausdruck und ohne Ticket kein Eintritt. Das dauert aber zum Glück nicht so lange und dann kann es losgehen. Wir fahren mit unserem Auto kreuz und quer durch den Park und bekommen eine ganze Reihe Tiere so sehen und vor da Objektiv: Elefanten, Zebras, Perlhühner, Kudus, Hardebiests, Schildkröten, Büffel, Strauss, Affen, …
Den Höhepunkt erleben wir kurz nach Mittag: Erst kommt uns auf der Straße ein riesengroßer Elefant entgegen, der keine Anstalten macht, von dem Schotterweg abzuweichen. Erst fahren wir langsam etwas rückwärts, in der Hoffnung, dass er sich – wie die meisten anderen Elefanten vorher – in die Büsche verkrümelt. Als das alles nichts hilft, drehen wir um und versuchen unser Glück an einer anderen Strecke. Kurz hinter der nächsten Kreuzung haut Gitta die Bremse rein: „hoch mit der Kamera!“. Ein paar Meter rollen wir zurück und richten den Blick nach links: ein Löwenmännchen trottet ganz entspannt keine zehn Meter von uns weg durch die Büsche, ohne sich ein Dreck zu scheren, dass wir ein Foto nach dem anderen schießen. Wir rollen langsam noch einige Meter zurück und beobachten ihn noch eine Weile, bis er sich schließlich im hohen Gras hinlegt und irgendwas beobachtet.
Danach ist dann die Luft aus unserer Pirsch etwas raus, auch wenn wir noch eine Reihe anderer Tiere sehen (vor allem Warzenschweine zum Säue füttern). Gegen kurz nach zwei streichen wir dann die Segel und steuern ein Haus an, dass auf dem Hinweg wir ein Supermarkt aussah. Das ist auch richtig, aber ich wäre fast gleich wieder raus, da kein Mensch zu sehen ist und es auch finster drin ist. Kurze Zeit später kommt der Inhaber und entschuldigt sich für den Stromausfall und es stellt sich heraus, dass wir alles bekommen, was wir für unseren Abend brauchen.
Fürs Abendessen folgen wir der Empfehlung vom Hausherren und fahren in ein Restaurant, vielleicht zwei Kilometer von unserer Unterkunft entfernt. Die Speisekarte überfordert uns etwas, aber wir werden alle fündig und nach einer – viel zu langen- Wartezeit bekommen wir auch alle eine reichliche Portion, um satt zu werden – nicht unbedingt das Beste, was wir bisher hatten, aber auch nicht schlecht. Nachdem wir heute Morgen doch ziemlich früh los sind, fallen wir dementsprechend früh in die Federn und träumen der Safari morgen entgegen.