Ich hatte ja schon die Befürchtung, dass wir wegen der Zeitverschiebung viele zu früh wach sind. Aber weit gefehlt, bis um halb neun haben wir es schon länger nicht mehr schlafend ausgehalten.
Den Kaffee gibt es heute mal nicht im Bett, sondern am runden Tisch mit Blick auf das Meer. Beim zweiten und dem Müsli beschließen wir, dass wir uns heute doch auf eine Wanderung aufmachen und suchen und suchen und die Tour an der „Levada das 25 Fontes“ aus, also entlang der für Madeira so typischen Bewässerungsgräben und wenn meine Portugiesisch-Kenntnisse reichen, sollte es am Weg entlang 25 Quellen geben.
Wir machen noch einen kleine Umweg an einem „Supermarkt“ vorbei, der sich aber als Kaufladen entpuppt, wo es das notwendigste gibt, zumindest für ein paar Cracker und kleine Salamis reicht es, so dass wir zusammen mit dem Wasser für den Tag gewappnet sind. Unser kleiner ForFour muss sich die Straße hoch zum Parkplatz ziemlich plagen, ein Schild mit einer Steigung von 20% habe ich bei uns auch noch nicht gesehen. Da muss dann bei dem kleinen Motörchen der erste Gang ran.
Oben angekommen stellen wir fest, dass das eigentlich nicht der Startplatz für die im Netz gefundene Strecke ist, aber laut unserer Wander-App, sollten wir von hier auch hinkommen. Bedingt durch den Sonntag ist am Parkplatz einiges los und auch auf der kleinen Straße den Berg runter sind gut Leute unterwegs. Das Sprachgewirr ist ziemlich babylonisch, man hört viel Portugiesisch, ein bisschen Englisch, noch weniger Französisch und auch ein paar Deutsche und Schweizer sind zu hören.
Nach gut 20 Minuten sind wir dann unten und es geht entlang der Lavada (die haben den großen Vorteil, dass sie nicht viel Steigung überwinden können hinter zu einem Wasserfall, von dort wieder zurück und hinter ins nächste Seitenteil, an dessen Ende auch ein Wasserfall in einen kleinen See (oder besser Teich) platscht – sieht wunderschön aus. Blöderweise wissen das auch viele und dementsprechend viele Leute tümmeln sich dort.
Wir nutzen die Gelegenheit zu einem ausgiebigen Vesper mit den erwähnten Einkäufen und einer heute morgen geschnippelten Ananas – lecker. Und auch ein paar ziemlich freche Spatzen (oder so ähnlich) spekulieren auf unsere Abfälle. Einen bekomme ich fast soweit, dass er mir meinen Cracker aus der Hand knabbert. Kurz davor macht er dann aber doch einen Rückzieher.
So gestärkt, machen wir uns auf den Rückweg -wieder an einer anderen Levada entlang bis zu einem 900 Meter langen Tunnel durch den Berg – ohne Beleuchtung. Zum Glück haben wir unsere Allzweckwaffen (die Handys) dabei, die uns durch den ganz schön nassen Tunnel leiten.
Auf der anderen Seite haben wir einen schönen Blick runter aufs Meer, aber auch einen Ausblick auf den Aufstieg, der uns vom Auto noch trennt. Also dann rauf durch die Sonne (leider ohne Levada und schattigen Bäumen) – eine mehr als schweißtreibende Angelegenheit, die uns zum Schluss noch mal alles abverlangt. Für die letzten zwei Kilometer konstantiert Gittas Fitnessuhr über eine Stunde mit einigen Höhenmetern (und Pulsfrequenzen bis zu 165). Blöderweise müssen wir da durch, weil das Auto leider nicht zu uns kommt.
Fix und fertig sinken wir oben in unser Gefährt und fahren einen anderen – schöneren - Weg zurück und decken uns noch für das Abendessen mit Grillfleisch und Brot ein. Bevor das Fleisch aber auf dem Grill landet, landen wir noch unter dem Sonnenschirm auf den Liegen auf der Terrasse vor dem Schlafzimmer und genießen Ausblick, Rosé und Feierabendbier.
Wir beschließen den Tag auf der unteren Terrasse und genießen das Gegrillte, die Tomaten und leckeres Fladenbrot. Morgen wid auf jeden Fall ein fauler Tag, mal sehen, vielleicht schaffen wir es mal runter zum Meer