Ob es hier auf Madeira Feen gibt? Dieser Frage wollen wir heute nachgehen und fahren hinauf nach Fanal, wo es einen verwunschenen Lorbeerwald geben soll.
Andere Quellen sprechen von ganz alten (Stink-)Lorbeer-Bäumen, von denen einige angeblich schon standen, als die Portugiesen (vierzehnhundert-irgendwas) die Insel in Besitz genommen haben.
Auf jeden Fall sieht es hier oben sehr verwunschen aus, die Wolken hängen hier oben zwischen den Bäumen und verpassen dem Ganzen hier eine ganz mystische Stimmung.
Was die letztere etwas trübt ist, dass es bedingt durch die Wolken ganz schön frisch ist. Damit uns wieder warm wird, traben wir langsam los, am Anfang ist es gar nicht so einfach, den Einstieg in den Weg in Richtung Kratersee zu finden. Die Lorbeerbäumen hier sind wirklich beeindruckend schön, teilweise noch mit einer Moos-Schicht behangen. Der Parkplatz heißt auch der am Feenwald, aber weit und breit ist keine der Märchenfiguren zu sehen.
Kurz vor dem See, hält hinter uns ein Kleinbus mit einem TUI Logo und spuckt eine Ladung Gäste aus, die in Richtung Krater loseilen. Den Krater gibt es wirklich – soweit man das im Nebel beurteilen kann – aber der See drin fällt wohl aus. Langsam öffnen sich auch die Schleusen der Wolken und wir wandern weiter durch den Nebel und den Nieselregen. Das sieht zwar verwunschen und mystisch aus, ist aber ungemütlich. Unser geplanter Weg ist mit etwas Phantasie eine platte Acht, und in der Mitte steht unser Auto. Als wir die erste Schleife durch haben, streichen wir ob des Wetters die Segel und fahren weiter in Richtung Nordwesten nach Porto Moniz. Auf dem Weg dorthin lernen wir, warum Madeira oft als die Blumeninsel bezeichnet wird. So viele Hortensien und andere Blumen habe ich noch nirgendwo entlang der Straßen gesehen. Die sind aber klein und schmal und auf einmal geht es ziemlich steil runter in die Ortschaft am Meer.
In Porto Moniz haben sie mit ein paar wenigen Mauern zwischen den Felsen ein Naturschwimmbad gebaut. Mit etwas Glück kann man dort seine private kleine Badebucht bekommen. Wir haben aber leider nichts zum Baden dabei und schauen bei dem bunten Treiben nur zu und verspeisen auf einer Bank mit Blick aufs Meer unseren Wanderproviant.
Der Weg zurück auf die Anhöhe in Richtung Faja da Ovelha verlangt dem Motörchen unseres Smart wieder alles ab, einige Kehren sind wirklich nur im ersten Gang zu bewältigen. Kurz vor unseren Ziel machen wir dann noch einen kurzen Abstecher zu dem Leuchtturm, den wir von unserer Terrasse immer sehen und genießen den Ausblick von dort auf beide Seiten die Küste entlang. Was wir aber nicht wirklich schaffen, ist, unser Haus am Hang in östlicher Richtung zu erkennen. Auf dem Weg zurück dorthin springt uns eine Kneipe in die Augen und wir genießen dort Knoblauchbrot, Hühnchen und Fleischspieß – super lecker. Danach rollen wir nur noch zurück und genießen wir üblich den Sonnenuntergang auf der Terrasse.