Die einen sagen: heute ist autofreier Tag. Die anderen sagen, heute ist eine Gedächtnisrunde angesagt. Die Wahrheit ist: beide haben recht.
Wir haben uns im Netz eine Runde hier vor Ort ausgesucht, so dass wir nicht erst mit dem Auto eine Anfahrt haben. Sie führt von hier in Faja da Ovelha hoch zu einer Levada rüber grob gesagt Richtung Ponta de Parga. Wobei die Betonung auf „hoch“ liegt. Unser temporärer Heimatort liegt nämlich in einem ziemlich steilen Hang. Deswegen auch die vielen Stufen runter von der Straße zum Hause. Zum Glück ist es heute morgen noch nicht so furchtbar sonnig, es hängen die Wolken im Hang und teileweise verschwindet der Leuchtturm im Nebel.
Trotzdem ist der Aufstieg ziemlich schweißtreibend und auch heute ist die Wegbeschreibung aus dem Netz nicht so hundert-prozentig, so dass wir an zwei, drei Stellen beschließen, uns selbst eine Alternative zu suchen. Im Großen und Ganzen klappt das auch und nach einer knappen Stunde erreichen wir die Levada und vor dort aus geht es dann fast von alleine, immer schön leicht abwärts, so dass das Wasser so langsam fließt, dass wir zu Fuß etwas schneller sind. Das kann man sehr schön an einem kleinen roten Apfel erkennen, der im Wasser dahintreibt.
Etwas weiter unten laufen wir unter der Brücke der Schnellstraße durch und sehen auf der anderen Seite schon die Ortschaft Lombada dos Marinheiros. Dort soll es laut Netz eine kleine Kneipe geben in der wir einkehren können. Gitta spekuliert schon auf einen Poncha. Kurz nachdem wir die Brücke ein zweites Mal passieren (weil wir auf der anderen Talseite wieder nach vorne laufen), klettern wir durch eine nicht sehr standfeste Wiese ein paar Schritte hoch und lassen und auf einem Stein nieder zum Vespern.
So gestärkt, wollen wir den restlichen Weg bis in die Ortschaft weiter gehen. Allerdings macht und die Landschaft und Gittas Schwindelbewußtsein einen Strich durch die Rechnung: Neben der Levada ist nur ein kleiner Trampelpfad und links davon geht es steil bergab. An den meisten Stellen sind noch Büsche davor, aber eine Stelle, wo es direkt runter geht, gibt Gitta den Rest und wir beschließen, umzukehren.
Diesmal geht es leicht aufwärts an der Levada entlang, das merkt man aber kaum. Erst als wie an einer Stelle auf die Straße wechseln, macht sich die Steigung leicht bemerkbar. Wir werden für unsere Abweichung auch noch mit einer kleinen Bäckerei am Straßenrand belohnt und gönnen und dort Cola, Kaffee und Törtchen.
Wir laufen dann weiter in Richtung unseres Hauses und steigen gefühlt Millionen von Stufen wieder hinunter an vielen kleinen süßen Häuschen und einem kleinen (zum Glück angebundenen) Stier vorbei. Und außerdem noch an einer Frau vorbei, die sich beschwert, dass fast alle Häuser um sie herum von Franzosen bewohnt sind. Zumindest lassen unsere Portugiesisch-Kenntnisse diesen Schluss zu.
Kurz darauf haben wir es dann geschafft und sind zurück, erst mal den Schweiß abduschen und dann ab auf die Liegen unter dem Sonnenschirm. Heute Abend ist noch mal Grillen angesagt und morgen geht es dann aufs Boot, hoffentlich zeigen sich ein paar Wale.