So, heute ist nach Radeln und Autowandern das richtige Wandern dran. Nach dem obligatorischen Kaffee im Bett handlen wir uns noch eine Verspätung vor dem Frühstück ein, indem wir die Glaskanne der Kaffeemaschine auf den Fliesenboden befördern, was diese leider nicht überlebt. 

   Also is erst mal gründliches Kehren angesagt, gefolgt von einem Geständnis bei der Hausfrau. Die nimmt es locker und sagt: "Ach was, es gibt schlimmeres, solange es Euch gut geht." Wir nehmen uns vor, auf dem Weg heute für Ersatz zu sorgen. Dann noch schnell Vesper gemacht und die Rucksäcke hergerichtet, ab damit ins Auto und uns gleich dazu. Ziel ist der Col du Haag, den das Navi im Auto aber leider nicht kennt. Besser geht das bei Google und so navigiert mich Gitta die 25km hinauf in die Vogesen. Kurz vor dem Ziel noch ein kurzer Stop am Lac de la Lauch zu fotografieren. Oben angekommen finden wir den Col und direkt daneben die Ferme - ein Gasthaus, welches aber Dienstag und Mittwoch zu hat, dementsprechend ist auch wenig los auf dem Parkplatz. Dann mal die Rücksäcke auf ihren Platz, den Foto umgehängt und ab.

   Zuerst geht es ziemlich stramm bergauf zum Grand Ballon, den wir nach etwa einer dreiviertel Stunde erreichen. Auf dem Weg und auch ganz oben ein toller Blick auf die Vogesen, auf der anderen Seite das Rheintal, wenn die Wolken nicht drinhängen würden, reicht der Blick sicherlich bis in den Schwarzwald. Dort oben teilen noch einige andere mit uns den traumhaften Blick, die kommen aber fast alle von einem anderen Gasthof etwas weiter rauf die Straße hierhier. Vorbei geht es an der zivilen Luftraum-Sicherungs-Anlage und wieder runter zum eben erwähnten Gasthof, wo ein Bus auf seine Gäste wartet.

   Drunten angekommen überqueren wir die Straße und machen uns an den Abstieg, zuerst über grüne Wiesen, dann durch einen dichten Wald. Nach einiger Zeit trauen wir unseren Augen kaum: Da kommen uns tatsächlich zwei Radler den steilen Waldweg herauf entgegen. Zuerst dachte ich, das sind zwei Mountainbiker, aber bei näherem Hinsehen entpuppen sie sich als zwei junge Kerle mit Rennrädern. Zuerst auf französich, dann - wohl wegen meinem verständnislosen Blick - auf Englisch fragen sie, wann die nächste Straße kommt. Auch meine Schätzung einer guten halben Stunde beeindruckt sie nicht so sehr und sie schieben ihre Renner weiter rauf. Wir gehen weiter runter, um den Berg rum und stehen auf ein Mal vor einem Gast-/Wohnhaus. Laut Navi geht der Weg direkt zwischen den Häusern durch, aber es sieht so aus, als ob es da hinten nicht weitergeht. Ein weiterer Blick aufs Handy lässt aber keinen anderen Schluss zu und wir trauen uns, durch die beiden Häuser durch, am Hund vorbei und siehe da: direkt hinter dem linken Haus wird  ein gut erkennbarer Weg sichtbar - als doch!

   20 Meter weiter dann die nächste kleine Hürde: mitten auf dem Weg steht ein kohlrabenschwarzes Pferd und bewegt sich auf uns zu, läuft aber dann weiter uns fängt am Wegrand zu fressen an. Wir gegen noch etwas weiter und setzen uns dann im Wald auf einen umgestürzten Baumstamm und machen Mittagspause. Der Gaul will scheints auch noch was und kommt uns hinterher. Aber die grünen Blätter am Wegrand reizen ihn denn doch mehr und er bleibt eine Meter weiter unten stehen.

  Gut gestärkt, steigen wir weiter rauf zum Lac de Ballon, auch hier sieht man den allseits bemerkbaren  Wassermangel. Vom See auch ist es dann noch ein kräftiger Anstieg rauf zur Straße und dann noch einen knappen Kilometer die Straße entlang zurück zum Auto. Ein letzter Blick auf die schwarzgefleckten Kühe und ab geht es wieder runter ins Tal. Im großen Supermarkt in der Nähe von Orschwihr finden wir dann eine günstige Kaffeemaschine und auch was für unser Abendessen morgen. Heute Abend wollen wir mal die Kneipe hier am Ort ausprobieren, wie da die Küche ist.