Einmal gut geschlafen und die Welt schaut schon wieder anders aus: Die Sonne scheint und körperlich bin ich viel besser drauf, auch wenn ich schon wieder um 5 wach war.

   Aber ein Kaffee um 6 hilft dann gut in den Tag. Heute ein etwas leichteres Frühstück mit Joghurt und Müsli lässt auch den Magen tagsüber in Ruhe. Vor der Tour nach Cooper Mountain noch mal schnell zum Skiverleih, vielleicht haben die doch etwas griffigere Ski für mich. Die Schlange dort ist zwar wieder genau so lang wie gestern, aber um 9 sind wir dort draußen und ab auf die I-70 Richtung Westen. Die Fahrt dort rauf ist ziemlich kurz, gut 10 Meilen auf der Interstate und dann auf den Parkplatz und dann mit dem Bus zum Lift, dort noch schnell die Tickets abholen, dabei schallt uns "Kiss from a Rose" von Seal entgegen - die erste Gänsehaut für heute. Die Ski sind heute deutlich besser, viel griffiger, aber vielleicht aber auch, weil der Schnee hier oben deutlich besser als in Keystone. Die Laune steigt.

   Das ist der Grund, warum ich noch mal her wollte: Kalt, griffiger Schnee, der auch den Tag über nicht sulzig wird. Wir probieren uns erst durch die einfacheren, gut gewalzten Pisten und geben mal so richtig Gas. Awesome, wie die Leute hier sagen würden. Nach gut zwei Stunden wagen wir uns dann in die Spaulding Bowl und testen den nicht präparieren Bereich. Ist schon was anderes, als die normale Piste, aber die Schnee ist total locker und es macht richtig Spaß, den Schnee wegfliegen zu lassen. Der untere Bereich geht dann durch den Wald, da muss man dann schon aufpassen, dass man die Kurven um die Bäume bekommt. Aber weil es so schön war, gleich noch mal. Danach sind wir dann etwas erledigt und orientieren uns in Richtung der Central Area und setzen und dort auf zwei leere Liegestühle mit Blick auf die Pisten und in die Sonne und genießen unser Vesper.

   Einhellige Meinung: die Amerikaner sind doch um einiges entspannter, kein Gedrängel am Lift (an vielen Liften steht auch jemand, der die Leute zusammensortiert, aber selbst wenn nicht, klappt das prima.) Und dass dir in Österreich einer mit einem Anzug in ähnlichen Farben entgegenkommt und einfach "Nice colors" sagt, kann ich mir nur schwer vorstellen.

   Nach der Mittagspause orientieren wir uns weiter nach rechts in einen Bereich, wo es auch vielen unpräparierte Pisten gibt und versuchen uns dort: Absoulut traumhaft! Selbst wenn es steil und nicht gewalzt ist, kann man locker runterfahren, der Schnee staubt weg und es gibt Grip ohne Ende. Die zwei Stunden bis Feierabend vergehen wie im Flug.

   Ganz am Schluss haben wir den Eindruck, die Pisten werden etwas glatter, das kann aber auch daran liegen, dass uns die Kräfte schwinden. Von dem Lift ganz außen können wir dann auch ziemlich weit runter zum Parkplatz fahren, wir müssen nur am Schluss die Skier ein paar Meter tragen. Dann wieder die kurze Fahrt runter nach Silverthorne, noch kurz am Supermarkt vorbei und zurück ins Quartier.

   Beim Feierabenbier ("Colorado Native") schau ich noch mal kurz nach, was mit meinen Skiern ist, nachdem ich tagsüber die kryptische SMS "Your item has been prepared to be delivered to you" bekommen hatte. Ein Anruf beim Lieferservice ergibt, dass der Fahrer auf dem Weg ist und kurz vor sechs habe ich dann meine Skier wieder. :-) Bin mal gespannt auf morgen, da steht Vail auf dem Programm.