Gestern dann die zweite Runde in der Physiotherapie. Diesmal geht es in einen kleinen Sportraum.

   Dort lässt sich die Trainerin erst mal zeigen was schon geht. 90° Beugung im Knie - prima. Laufen auch ohne Krücken geht auch - auch gut, pass nur auf, dass Du den kranken Fuß auch immer mit gestrecktem Bein aufsetzt. Dann mal auf die Liege und die Hüfte mit beiden Beinen hochdrücken und das mit angewinkelten Knien. Zuerst die Füße auf der Liege, danach etwas höher auf einem Würfel. Kann ich das zu Hause auch mit einem noch höheren Würfel machen? Ja, klar, kein Problem. So langsam werden meine zukünftigen Übungn für daheim greifbarer - also nicht nur mehr mit den Stromstößen auf der Couch sitzen. 

   Der nächste Schritt geht an die Sprossenwand. Dort zuerst mal auf einem Bein stehen - abwechselnd. Und ja, auch auf dem verletzten Bein. Geht beides, aber die rechte Seite ist doch etwas wackeliger, gut dass die Sprossenwand erreichbar ist, um sich festzuhalten. Mit dem Thera-Band um die Oberschenkel geht es in die nächste Übung - das Bein nach außen gegen die Spannung des Bandes drücken. Zum Schluss das fast schon erwartete: Kniebeugen, aber immer schön die Wade möglichst senkrecht halten. Dabei hilft die Sprossenwand gut, dass ich nicht nach hinten wegkippe. Da muss ich bestimmt aufpassen, dass ich nicht zu viel mit dem Oberkörper mache. Auch hier muss ich mir überlegen, wie ich das zu Hause am Besten umsetze - vielleicht am Esstisch?

   Nachden die Trainerin sagt, dass die Krücken auch ihren Teil dazu beitragen, dass die Muskulatur in den Beinen weniger wird, lasse ich daheim die Krücken immer wieder mal weg und versuche, meinen Gang wieder zu normalisieren - sprich: nicht mehr so zu humpeln. Den Nachmittag verbringe ich dann oben in meinem Büro und miste den Schiebetürenschrank durch - etwas, was ich mir eigentlich für die ruhige Wochen zwischen Weihnachten und Neujahr vorgenommen hatte. Danach reicht es mir auch und den Rest des Tages verbringe ich dann wieder auf der Couch.

   Heute morgen habe ich die Übungen von gestern mit Stromunterstützung (also zusätzliche Stimulation mit den Elektroden) umgesetzt: Hüfte heben auf der Matte, Kniebeugen und Bein nach außen (mit Thera-Band) vor dem Kachelofen - die Auslassklappe offen ist ein guter Erstatz für die Sprossenwand, sowie auf die Zehenspitzen stellen und anheben. Da merke ich schon ziemlich, dass ich jetzt fast vier Wochen lang kaum was gemacht habe, das fühlt sich an, also ob ein Muskelkater im Anmarsch ist. Aber das muss wohl so sein - von nix kommt nix.

   Heute Mittag lief dann noch das Lauberhornrennen in Wengen im Fernsehen. Ist schon komisch, ich hatte noch nie so mitgefiebert, dass sich keiner dabei verletzt. Hoffentlich kommt diese Angst nächstes Jahr beim nächsten Skifahren nicht doch durch. Da muss ich auf jeden Fall gut dagegen arbeiten und mich gut vorbereiten, so dass alles gut hält.