Irgendwie habe ich es dann doch noch geschafft, in den Schlaf zu finden.
Jedenfalls wird es duch das Fenster schon langsam hell, als ich wieder aufwache.Ein Blick auf die Uhr sagt: halb acht, also schnell noch was essen und Kaffee trinken, eigentlich haben sie mir gestern in der Klink gesagt, ich soll ab 8 nichts mehr essen und trinken. Das kriege ich gerade so hin und kurz nach 8 versuche ich es noch mal selbst bei der Versicherung. Der sagt mir dort, er muss dass erst mal sichten und sagt einen Rückruf in 10 Minuten zu. Also wieder ab ins Bett und das Warten geht weiter.
Als dann das Telefon eine Zeit später klingelt bin ich dann doch ziemlich nervös. Das war aber nicht notwendig, denn er sagt: "wir haben eben die Kostenübernahme an die Klink gegeben." Den Stein vom meinem Herzen runter hört man wohl von hier in Vorderlanersbach bis hinter zum Gletscher. Also dann noch mal in der Klinik angerufen, die bestätigen den Eingang und ich soll halb zwei unten in der Klinik sein.
Ich nutze den Vormittag, noch einige Planungen zu machen und Gitta besorgt mir einen Termin beim Orthopäden für eine Nachuntersuchung. Danach machen wir uns rechtzeitig auf, auf den Weg runter aus dem Tuxer- ins Zillertal. Dort angekommen noch mal ein bisschen Formalitäten und dann die Vorbesprechnung beim Arzt. Der sagt. "Das Aussenband befestigen wir mir einer Schraube, dann holen wir aus eine Sehne aus der Knie-Innenseite etwas Material für das neue Kreuzband, was wir oben und unten mit Schrauben in Bohrungen befestigen." Für Gitta sind das etwas zu viel Informationen, ihr weicht doch ziemlich die Farbe aus dem Gesicht. Vor allen, als er sagt, er sieht ein Risko, dass zu viel Wasser aus dem Kniegelenk in den Unterschenkel läuft, dann müssten sie die Operation abbrechen. Der Grund dafür: beim am Knochen ausgerissenen Aussenband ist ziemlich sicher auf die Gelenkkapsel undicht geworden und sie wollen eigenlich mit ziemlich hohem Druck Wasser ins Knie pumpen, dass die gut was sehen können. Als ich frage, wie er die Wahrscheinlichkeit sieht, dass es klappt, anwortet er "60:40", dass es gut geht. Ist zwar nicht sehr optimistisch, ich will es aber hinter mir haben und sage zu.
Dann geht es relativ zügig, noch mal Blut abnehmen (die Entzündungswerte sich etwas höher als gestern, was auch die ziemliche Schwellung erklärt, aber noch im normalen Bereich). Von Gitta heißt es jetzt Abschied nehmen, sie packt heut unsere Siebensachen zusammen und holt mich dann morgen ab und wir fahren nach Hause. Auf dem Weg in den OP holt mich dann doch der Bammel ein, schließlich. hatte ich in meinem ganzen Leben noch keine richtige OP (und damit auch noch keinen wirklich ernsthaften Unfall - das ist aber eine andere Geschichte). Die Anästhesistin beruhigt mich ein bisschen mit der Aussage, dass sie mich tief und fest schlafen schickt.
Und so ist es dann auch, das nächste, an was ich mich erinnern kann, ist, dass ich wieder an der Stelle bin, wo ich vor der OP gelegen habe und die Uhr sagt eine gute Stunde später. Die Schwester sagt, alles glatt gegangen und der Arzt kommt später noch mal zu mir. Auch hier fällt mir erst mal ein Stein vom Herzen, dass sie die Operation nicht abgebrochen haben. Dann kann es ja jetzt aufwärts gehen. Ich bekomme reichlich zu Trinken und auch eine Suppe und dann - oben im Zimmer noch eine Käsesemmel. Die sind wirklich recht bemüht hier um einen, ich fühle mich ganz gut aufgehoben. Kurz nach acht bekommme ich sogar noch eine Pizza (von der hatten sie schon kurz nach der OP gesprochen, die hatte ich inzwischen schon abgeschrieben.) Aber gut, die nehme ich schon noch mit.
Kurz daruf bekomme ich noch eine Thrombosespritze und noch zwei Mal Schmerzmittel. Wohl auch aus dem Grund halten sich auch jetzt nach der OP die Schmerzen noch ziemlich in Grenzen. Mal sehen, wie das die Nacht über geht. Auch der Arzt schaut noch mal vorbei, wirft einen Blick auf den Drainage-Behälter und schaut, ob ich Gefühl im operierten Bein habe. Alles gut und er ist zufrieden und er verabschiedet sich. Ich versuche noch, das Einschlafen etwas rauszuzögern, hoffentlich klappt das etwas besser als gestern. Morgen bei der Visite kommt dann die Drainage rauf und Gitta holt mich für den Krankerücktransport ab.