So, auch diese Nacht ging irgendwie rum. Nachdem ich gestern den Blog fertig hatte, hab ich mir ein zusätzliches Kissen zwischen die Beine geklemmt und habe mich erfolgreich auf die Seite gedreht, um einschlafen zu können.
Das dauert zwar ein bisschen, klappt aber im Großen und Ganzen und ich dämmere weg. Die Nacht wird immer wieder unterbrochen durch ein Umlegen zurück auf den Rücken und wieder zurück auf die Seite, aber ich schlafe immer wieder ein. Irgendwann sehe ich dann die Schwester mit einer Taschenlampe neben mir, wie sie den Drainagebehäter kontrolliert. Scheint alles in Ordnung zu sein, denn sie ist gleich wieder weg. Gegen 6 bin ich dann wieder wach und höre schon draußen die Schwestern rumoren. Kurz darauf kommen sie auch schon rein, ich kann kurz um die Ecke - ab jetzt dann sogar ohne draußen wartende Begleitung. Als ich wieder im Bett sitze, gibt es schon Frühstück. Eigentlich bin ich nicht wirklich hungrig, aber für die Schmerzmittel braucht es eine Grundlage und wer weiß für was es gut ist, also verputze ich das Brötchen. Der Kaffee war mir aber viel wichtige, der schmeckt sogar ganz brauchbar.
Dann geht es zügig vorwärts: noch wärend ich mit Gitta telefoniere, erinnert mich die Schwester daran, dass der Physiotherapeut gleich kommt und so halten wir uns kurz, an ihr bleibt heute die ganze Packerei und Einladerei hängen. Und dann muss sie noch die ziemlich enge Straße runter aus dem Tuxertal hierher kommen. Ich würde ihr das sooo gerne abnehmen, aber leider lässt das mein kaputtes Knie nicht zu. Der Physio zeigt mir drei kleine Übungen für die nächsten Tage, lässt mich mit den Krücken noch über eine Stufe rauf- und runtersteigen und empfiehlt mich noch eine Elektrostimulationsgerät, um dem Muskelschwund entgegen zu wirken. Ich bin nicht ganz überzeugt, es klingt schon ein bisschen nach Verkaufsgespräch und bitte ihn, mir mit der Entscheidung noch ein bisschen warten zu können. Vor der Visite packen die Schwestern noch mein rechtes Bein wieder aus - nicht ohne den Hinweis, dass ich erst, wenn der Arzt kommt, einen Blick drauf werfen kann. Als der Arzt dann da ist, geht es relativ schnell. Er schaut sich die Wunde an, soweit schaut das auch OK für ihn aus (für mich sind die Klammern schon ein bisschen martialisch) und er ist anscheinend zufrieden mit seinem Werk und ich kann die Klink verlassen.
Inzwischen hat Gitta getextet, dass sie unten in der Wartehalle ist - bereit zur Abfahrt. Ich packe meine Siebensachen zusammen und zusammen mit einer Schwester (für den Rucksack) fahre ich runter zu ihr. Noch einen kurzen Boxenstop und dann geht es auf nach Hause. Vorher allerdings noch an der Apotheke hier vorbei, die Thrombosespritzen und Schmerzmittel noch holen und dann versuchen wir, dem Tuxer- und Zillertal den Rücken zuzukehren. Kurz vor dem Talausgang müssen wir vor dem Tunnel noch warten, bis die Baumfäller fertig sind und dann geht es über den Achenpass und München zurück in die Heimat. Der Verkehr macht uns auch heute keine Strich durch die Rechnung, wir kommen ganz gut durch.
Zu Hause angekommen, bleibt mir nur, mich auf die Couch zurückzuziehen und alles andere Gitta zu überlassen. Die arme, muss alleine das Auto ausladen, auspacken, die Tiere versorgen und alles mögliche verstauen. Hab ein richtig schlechtes Gewissen, aber da ist so gar nix dabei, was ich übernehmen könnte. Und Abendessen macht sie auch noch. Schließlich hat sie alles geschafft und wir genießen zusammen die Ruhe auf der Couch, geschafft von Reise und der ganzen Arbeit. So kommt es, dass wir uns direkt nach dem Film im Fernsehen auf ins Bett machen - Gitta in den Keller, ich bleibe besser oben, um nicht in der Nacht mit Krücken aufs Klo hochdackeln zu müssen. Hoffentlich wird das bald wieder anders.