So, heute geht es wieder etwas früher aus den Federn. Um 6 klingelt der Wecker, noch schnell einen Kaffee im Bett, die letzten Dinge in den Koffer gepackt und ab in die Dusche.
Und dann ab zum Frühstück, wo heute um diese Zeit deutlich weniger Leute unterwegs sind als sonst. Um kurz nach 8 tappen wir dann hinter zum Parkplatz, um unser Leihauto zu übernehmen. Der Typ vom Verleih ist schon da, dann noch ein paar Fotos geschossen rund ums Auto (Sizilien lässt grüßen) und wir sind abfahrbereit.
Dann erst mal links raus aus dem Hotel (und immer schon links die enge Kurve nehmen, hier ist Linksverkehr!). In Pereybere zapfen wir dann noch den Geldautomaten an und Gitta navigiert mich duch die - zugegebenermaßen ganz schön engen - Sträßli in die Mitte der Insel zum Parkplatz unterhalb des Le Pouce, einem der hochaufragenden Berge hier auf der Insel, auch wenn er nur ein paar hundert Meter hoch sein soll. An der Zufahrt zum Parkplatz fahre ich erst mal vorbei, so klein und unscheinbar ist die Straße dort hoch. Also an dern nächstbesten Gelegenheit umdrehen und noch ein Versuch. Der klappt dann auch und nach noch ein paar wenigen Minuten fahren sind wir am Parkplatz und quetschen unseren Hyundai i10 noch neben die anderen Autos.
Dann rein in die Wanderstiefel und rauf geht. Kurz darauf ich noch mal runter, weil der Geldbeutel im Auto keine Füße bekommen soll. Zunächst einmal geht es über vom Regen nassen groben Schotter auf einem ziemlich breiten Weg nach oben - zum Glück ziemlich viel im Schatten, weil die Sonne brennt schon ganz schön runter. Zum Glück sind nur wenige andere Wanderer unterwegs, so dass wir ziemlich unsere Ruhe haben.
Etwas weiter oben wir der Weg dann schmaler und recht und links die Pflanzen urwaldmäßig ziemlich hoch. Hier, wo die Sonne noch nicht hingekommen ist, ist es teilweise ziemlich matschig und rutschig. Also ist die Mutter der Porzellankiste angesagt. Noch ein Stück weiter oben lichten sich die Pflanzen auf einem Plateau mit schon ganz schön beeindruckendem Panorama. Unterwegs rätseln wir noch über die am Boden liegenden Früchte - sind das Litschies? Kurz darauf überholt uns ein Einheimischer und sagt uns: "You can eat, good." Wir probieren dann auch und er hat recht, schön frisch, ziemlich sauer und mir einer ganzen Reihe Kerne drinnen. Nur über den Name grübeln wir weiterhin.
Je weiter wir raufkommen, desto steiler und steiniger wird der Weg. Irgendwann wird das Gitta zu heiß und sie beschließt, hier zu bleiben und mich alleine weitergehen zu lassen. An einer Passage mit feuchtem Gestein und Kletterpartie komme ich auch ins Grübeln (vor allem, weil ich den gleiche Weg ja wieder runter muss). Nach etwas überlegen fällt mir dann auf, dass es einen weitere Weg um die erwähnte Passage herum gibt und das nehme ich dann in Angriff - klappt auch ganz gut, in der B-Note vielleicht nicht so spitze, teilweise muss ich da auf allen vieren inklusive auf die Knie und wieder hoch.
Der Ausblick von oben entschädigt dann aber für die ganzen Strapazen, von hier aus hat man in alle Richtungen eine tolles Aussicht. Das hat sich wirklich gelohnt, ganz rauf zu gehen. Runterwärts geht es dann wieder teilweise auf allen vieren, geht aber besser als befürchtet. An dem Plateau hole ich Gitta wieder ein und wir gehen wieder runter, versuchen noch einen Abstecher auf halber Fläche, ein Sturz von Gitta in den Schlamm und die vielen Mücken an dem einen Bach lassen uns schnell wieder auf den normalen Weg zurückkehren.
Die Schottersteine in unteren Bereich sind immer noch nass und glitschig und so wird der Abstieg runter zum Auto ganz schön anstregend, auch wenn wir insgesamt n ur dreieinhalb Stunden unterwegs waren. Kurz vor dem Auto verputzen wir dann noch unser mitgebrachtes Vesper und treten dann die Autofahrt nach Tamarin, wo unser AirBnb Quartier ist, an. Wie gehabt, ich am Steuer und Gitta als Navigator. Das klappt auch mehr oder weniger gut, auch wenn eine Straße, auf die uns Google lotsen will, nur für Anwohner offen ist. Kurz vor dem Quartier sollte ich eigentlich rechts abbiegen, aber ich traue dem roten Streifen in der Straßenmitte mit den erhabenden weißen Punkten nicht und fahre erst mal weiter. Laut Google geht das auch, jetzt habe ich aber dier Herausforderung von superkleinen Straßen, wo selbst mit unserem kleinen i10 kaum ein Durchkommen ist. Und es kommt, wie es kommen muss: irgenwann schätze ich einen blauen Karren am Straßenrand als schmäler ein, als er wirklich ist. Das wird mir aber erst klar, als es rummst. Gitta steigt aus und schaut nach: Ja, am linken hinteren Kotflügel haben wir eine ziemliche Macke. Zum. Glück haben wir dieses Mal den Tarif ohne Selbstbeteiligung gewählt.
Nach diesem Schrecken klappt das Abbiegen in die Straße mit unserem Quartier dann besser und kurze Zeit später stehen wir vor dem verschlossenen Tor. Internet oder Telefon habe ich hier leider nicht, also gehen wir rein in den kleinen Laden gegenüber und fragen nach WLAN. Das kappt leider nicht, aber die Dame hinter der Kasse bietet uns an Ihr Telefon zu nutzen und anzurufen. Das ist die Lösung und gut 10 Minuten später kommt die Mutter unserer Vermieterin und lässt uns rein.
Wir dann erst mal ab in die Dusche und den Dreck und Schweiß vom Le Pouce abwaschn und danach eine kurze Siesta auf dem Bett, die müden Knochen etwas erholen lassen. Kurz nach 5 ziehen wir dann los in Richtung Strand - mal sehen, wie beeindruckend hier der Sonnenuntergang ist. Da sind wir nicht allen - inklusive der Mädels, dir für Instagram posten - und setzen uns in den Sand und starren auf Sonne und Meer hinaus. Die versinkt dann schnell als orangener Ball im Meer und wir machen uns auf die Suche nach einem Restaurant. Laut Google soll es oben an der Hauptstraße zwei geben und wir versuchen es im Cosa Nostra und bekommen prompt einen Platz (anscheinend gehen die Leute hier etwas später los), sind aber zunächst fast allein im Restaurant. Das Essen (Salat und Pizza) ist superlecker und wir schlagen uns die Wampe voll.
Dann noch die paar Schritte runter zu unserem Quartier und es reicht für heute. Für morgen steht dann eine Tour auf den Le Morne de Brabant an, mal sehen wie das klappt.
