Heute war Pannentag! Ich bin nach dem Frühstück bei ziemlich bedecktem Himmel gut weggekommen.

Das Geräusch am Fahrrad ist immer noch da aber es geht so. Es gibt immer mal wieder Aussichtspunkte entlang der Küste, die ich gerne mitnehme. Als ich das erste Mal den Mont Saint Michel sehe und anhalte, macht der Vorderreifen auf einmal pfffff und raus ist jeder Druck...

Dann war also Flicken angesagt! Hat soweit gut geklappt, nur alles wieder fix ist, sehe ich, dass der Mantel vorne ein kleines bisschen aufgerissen ist und sich der Schlauch herausbeult. Wenn das mal hält... Meine Befürchtungen bewarheiten sich ein paar Minuten später, als das gleiche pffffff wieder kommt. Ich frage einen entgegenkommenden Radler, ob er eine Werkstatt in der Nähe kennt, er meint aber nur, ich soll unten in der nächsten Ortschaft mal fragen. Also flicke ich noch mal und rolle vorsichtig den Berg runter, wobei die Luft ganz schnell wieder draussen ist. Die letzten paar hundert Meter schiebe ich dann lieber. Im Office de Tourisme (wo die freundliche Dame nur französisch spricht) kann man mir quch nicht groß helfen, der nächste Fahrradladen ist in Avranche (15 km weg) und ein Bus würde in 1,5 Stunden fahren? Klebeband gibt es in der Info auch nicht, aber ein Fahrrad könnte ich mir leihen. Die Dame zeigt mit dann noch die Werkstatt, findet aber nichts passendes. Also versuche ich mich noch mal im Flicken und komme auf die grandiose Idee, auch innen in den Mantel noch einen Flicken zu kleben. Das hält dann erst mal die 15 km zum Sportgeschäft, wo ich zwar 10 Minuten auf den Fachmann warten soll, aber dann werde ich sehr freundlich und kompetent empfangen. (Wenn ich allerdings kein französisch könnte...) Obwohl ich am Anfang gesagt hatte, ich würde den Matel selbst montieren, hilft mir der junge Mann und so ist das Problem ratzfatz behoben. Danach gehen die letzten 25 km bis Mont Saint Michel fast wie im Flug. Dort angekommen, finde ich eine geniale Erfindung. Neben den (kostenlosen) Stellplätzen für Motorräder und Fahhräder gibt es ein paar Boxen in die man - gegen Pfand - das Rad mitsamt Gepäck unterbringt. (und ich hatte mir schon den Kopf zerbrochen, wie das am Besten mache...)
Nach dem relativ unspektakulären Besuch auf dem Mont St. strample ich die letzten 10 km für heute ins gebuchte Quartier. Anstatt Manuel erwartet mich seine Mutter und zeigt mir das wunderschöne Zimmer.
Als ich noch versuche, eine Speiche nachzuziehen, kommt auch schon Manuel mit zwei (ziemlich gutgenährten und ganz freundlichen) Labbi-Mischungen. Der Supermarkt hat schon zu, also mache ich mich auf den Weg ins nächste Restaurant. Ich bin noch keine 20m weg, als mich Manuel aufhält und mich fragt, ob ich nicht mit ihm und seiner Mutter essen will - klar will ich, essen im Restaurant alleine ist ziemlich fad. So ended der ziemlich chaotische Tag ganz nett mit den beiden mit einem Kauderwelsch aus Englisch und Französisch. Morgen geht es dann weiter nach Saint Malo.