Mit dem Wetter geht es wirklich aufwärts: Die ersten Tage brauchte ich zur kurzen Hose immer ein T-Shirt und ein langes Hemd mit Weste drüber, heute bin ich zum ersten Mal schon nach dem - ganz leckeren - Frühstück nur im T-Shirt los. Am Anfang war das zwar noch ein bisschen kühl, weil die Straße ziemlich viel im Schatten liegt, aber mit ein bisschen Strampeln wird es dann schnell warm.

A propos Frühstück: das Quartier letzte Nacht war bisher das Beste bisher und auch das Frühstück ist kaum zu toppen: Baguette, Vollkornbrot, Croissants, Orangensaft und selbstgemachte Marmelade. Dazu noch ein Cappucino aus der Maschine - der Tag kann kommen!

In Cancale mache ich meinen ersten Halt unten am Hafen und lasse das bunte Treiben in den Cafes und Restaurants auf mich wirken. Zum Mittag machen ist mir das ein bisschen zu trubelig, ich hole mir ein Vesper im Supermarkt und rolle noch ein bisschen weifer, schon die Steigung in Cancale vom Hafen rauf in den Ort hat es in sich - ausserdem ist sie so schmal, daß mich kein Auto überholen kann. Ein paar Kilometer weiter sehe ich ein Schild zum Strand und fahre eine kleine steile Straße runter zum Meer. Dort angekommen, sehe ich meine Erwartungen übertroffen: eine malerische kleine Bucht mit einer Jugenherberge ( in der aber nix los ist und eine Bootsrampe, an der reger Verkehr herrscht. Ich zieh erst mal die Schuhe aus und lege die Füsse hoch und genieße mein Mittagessen. Danach juckt mich das Meer gewaltig, also packe ich meine Badehose aus und wackle über die Steine ins kalte Wasser. Lange halte ich das zwar nicht aus, aber es tut richtig gut. Danach die Steigung wieder hoch zur Strasse hat es zwar in sich, ist aber bald geschafft. Das nächste landschaftliche Highlight warten in Point de Grouin, einer Landspitze östlich von Saint-Malo: ein wunderschöner Ausblick in beide Richtungen die Küste entlang und auch raus aufs Meer auf die vorgelagerte Insel. So ähnlich feht es dann die gesamte restliche Strecke weiter, zusammen mit dem Stück südlich von Auderville ist das bisher der schönste Küstenabschnitt. Heute Nacht wohne ich bei Anne mit Ihrem Sohn Paul.
Nach der obligatorischen Dusche mache ich.mich zu Fuß auf dem Weg in die Stadt und kaufe mein Zugticket für Sonntag nach Paris und suche nach der Anlegestelle für die Fähre nach Jersey. Saint Malo hat eine schöne, wieder aufgebaute Mauer um die Altstadt (=Intra-Murot), so dass man die Altstadt komplett umwandern und die verschiedenen Blicke aufs Meer oder den Hafen genießen kann. Auch hier gibt es am Strand (wie in Granville) ein Schwimmbad am Strand, welches sich wohl jeden Tag neu mit Meerwasser füllt. Ich nehme mir auf dem Weg zurück in die Schule Wohnung noch Humus, Oliven und Baguette mit fürs Abendessen. Dass das Bier dazu 7,5 Umdrehungen hat merke ich erst beim probieren - der Abend ist geritzt mit der großen Flasche. Heute abend mache ich eh nicht mehr viel, morgen früh um 7 geht es los, so dass ich um 8 die Fähre nach Jersey bekomme, wo ich bis Samstag bleiben werde..