Im Hirn lässt der Jetlag langsam nach, heute habe ich alle meine Siebensachen dabei. Wobei, was das Aufstehen anbetrifft, bin ich noch nicht ganz in der Spur, um 5 war die Nacht rum und schlafen ging nicht mehr.
Schon die Stunde von 4 bis 5 war nur noch ein Dösen. Dafür bin ich dann auf fit, rechtzeitig loszufahren. Die Fahrt nach Powder Mountain ist ja was länger, Google Maps sagt ca. 1h15. Mein Plan ist, dann um 7 loszukommen, so dass ich gegen halb 9 oben sein sollte.
Um diese Zeit am Samstag morgen ist auf der Autobahn noch ziemlich wenig los und ich komme gut voran, bei Ogden geht es dann runter von der I-215 und rauf in die Berge. Auch dort ziemlich wenige Autos, es geht flott dahin. Beim Stausee dann links - da sitzen tatsächlich welche auf dem Eis (im Stuhl natürlich) und angeln. Na ja, Skifahren ist mir lieber. Ein paar Kilometer weiter dann ein Hinweisschild „Day Tickets sold out“ – also alle Tagestickets sind verkauft, ich hatte im Netzt schon gelesen, dass in Powder Mountain am Tag nicht mehr als 1500 Tagestickets verkauft werden. Deswegen meine Hoffnung, dass das Gedränge dort nicht ganz so groß ist, gestern in Brighton war ja doch einiges los. Auf dem Parkplatz sieht es erst mal gut aus, als ich ziemlich genau um halb neun ankomme. Erst mal rein in die Bude und den Frühstückskaffee loswerden und dann das Tagesticket abholen. Das klappt prima, ich kann mir mein Ticket an die Jacke hängen. Im Flur der Lodge sind ein paar von den Angestellten unterwegs und weisen die Neuankömmlinge ein. Ich werde natürlich sofort gefragt, wo ich herkomme: „Ah, from Germany, Dankeschön“. Als ich mich dann kurz auf die Bank setze um Gitta noch anzutexten spricht mich ein anderer auf Deutsch an – auf Nachfrage enthüllt er, dass er Deutsch im Internet gelernt hat – Respekt.
Dann wieder raus zum Auto und heute ist ob der Kälte auch der Pulli angesagt, die Sonne kommt kaum durch den Wolkenschirm und entsprechend wenig wärmt sie auch. Der erst Eindruck: Toll, viele leicht geschwungene Hügel mit vielen Bäumen, die aber nicht sehr eng stehen. Ein erster Test neben der Piste zeigt aber, dass es dort wenig Spaß macht zu fahren, das ist alles ganz schön eisig hart. Später erzählt mir einer, dass es letzte Woche reingeregnet und danach wieder gefroren hat – das erklärt das Ganze. Vier fünf Abfahrten probiere ich es dann aber noch mal und siehe da, an der Stelle geht es ganz gut, das macht richtig Spaß, durch die Laubbäumen zu schwingen. Ist zwar alles andere als Tiefschnee, macht aber Laune.
Ein ausverkauftes Skigebiet habe ich mir auf der Piste anders vorgestellt, an manchen Stellen bin ich fast alleine unterwegs und ich bin mir immer wieder nicht sicher, ob ich auf dem richtigen Weg bin. Aber soweit ich das überblicke, kann man eigentlich kaum was falsch machen, egal, wo man runterfährt, unten in der Senke gibt es dann immer einen Weg, der zum nächsten Lift führt, das ist prima geplant hier. Bedingt durch die wenigen Wartezeiten melden sich dann um kurz nach 12 die Muckis mit dem Wunsch nach Mittagspause. In der Timberline Lodge herrscht dann das Gedränge, das ich auf der Piste befürchtet habe. Ich habe Glück und ergattere eine Sessel in der Ecke vor dem Kamin und hole mir zur Feier des Tages ein Portion Pommes und ein großes 7up. Das genieße ich dann im Sessel lümmelnd und lass die Seele und die Muskeln baumeln.
Nach der ausgedehnten Pause gehe ich dann in die zweite Runde, inzwischen zieht es etwas zu und es beginnt an einigen Stellen leicht zu schneien. Wenn es frisch geschneit hat, muss das hier der Hammer sein. Mal sehen, Montag oder Dienstag werde ich wohl noch mal herkommen, die Fahrt da rauf wird allein durch die wenigen Leute mehr als belohnt. Kurz vor vier reicht es dann und ich fahre zurück zum Auto, schnell die Stiefel runter, alles verladen und ab runter Richtung Salt Lake City. Unterwegs noch ein kurzer (Foto-)Stop bei einem Wasserfall und gegen 17:15 bin ich zurück in meinem Appartement. Meine Vermieterin – Jessica – kommt mit Ihren beiden Freundinnen auch gerade zurück aus Snowbird und wir haben einen kurzen Plausch. Sie raten mir, morgen nach Snowbird nicht später als halb acht loszufahren – das Wochenende mit Presidents Day lässt grüßen.
Nachdem ich heut nichts einkaufen muss, wird das wohl ein geruhsamer Abend nach einer ausgiebigen, sehr heißen Dusche – das tut sooooo gut, wieder warm zu werden. Morgen probiere ich dann mal Snowbird aus und schaue nach, ob es dort wirklich so steil ist, wie uns viele gesagt hatten.
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