Eigentlich hatten wir gedacht, wir starten den Tag heute mal ohne Pannen oder sonstige Katastrophen.

   Soweit ging auch alles glatt, nach einem Frühstück auf der Veranda spulen wir die Routine beim Einpacken und Einladen ab und kommen – nach kurzer Verabschiedung bei Peter, unserem Vermieter auch gut weg. Noch etwas 40km bis zur Autobahn N1. Nach gut 30 Kilometern kommt mir der Gedanke: wo ist eigentlich mein Rucksack mit der Kamera? Ich war zwar am Einladen beteiligt, aber vor allem mit den größeren Dingen (=Koffer und so) beschäftigt. Eine kurze Suche hinter dem Rücksitz bestätigt die Befürchtung: keine Kamera. Also einen Wendinger eingelegt und wieder zurück nach Prince Albert.

   Peter kommt uns dort schon mit dem Rucksack entgegen, auch er ist froh, dass er sich nicht überlegen muss, wie er das Teil nachschicken könnte. Also noch mal kurz um die Ecke und auf zum zweiten Versuch. Ab da geht alles glatt und wir spulen die knapp 400km ohne größere Zwischenfälle ab. Wenn man mal von ein paar notorischen Rechtsfahrern auf der Autobahn absieht.

   Zum Glück hat uns Anneke, unsere Vermieterin in Stellenbosch mit einem Zugangscode (der gilt für einmal rein und raus in den Komplex, wo sich ihre Wohnung befindet) versorgt, denn Siedlung gleicht einem Hochsicherheitstrakt. Ohne Zugangscode und Ausweis kein Einlass. Ob das Not tut?

   Mit ein bisschen Sucherei finden wir die Wohnung und den Schlüssel dazu und richten uns in der wunderschönen Dachwohnung ein. Kurz darauf probieren wir den kleinen Badeteich aus, der zur Siedlung gehört, der schlammig-lehmige Strande ist aber nicht so sehr einladend, so dass wir nach einer Weile entscheiden, zum Supermarkt weiterzuziehen. Dazu müssen wir aber raus und wieder rein in die Siedlung – auch hier die Prozedur mit Zugangscode und Ausweis.

   Für das Abendessen haben wir uns eine Pizzeria unten in Stellenbosch ausgesucht. Nachdem uns der Wächter am Parkplatz mit einer Geste – voll – weiterschickt, ahnen wir schon schreckliches. Ein Blick in den Garten scheint das zu bestätigen. Aber eine Nachfrage ergibt, dass es durchaus noch Platz im Innenbereich gibt. So kommen wir dann in den Genuss von leckere Foccacia, Salat, Pasta, Pizza, Wein und Bier. Völlig vollgefuttert wagen wir noch einen kleinen Spaziergang durch die Stadt und treten dann ich Rückfahrt zur Wohnung an (ja, mit Zugangscode….). Morgen geht es dann wieder zurück nach Kapstadt.