Hmm, der Blick aus dem Fenster verheißt nichts Gutes...
Es regnet. Nach zwei lecker Kaffee auf der Couch zusammen mit den beiden Katzen gehe ich raus und versuche, die Räder noch mal gut aufzupumpen. Mit dem Ergebnis dass in meinem Hinterreifen weniger Luft drin ist als vorher. Irgendwie geht bei meiner Pumpe mehr Luft raus als rein. Meine Pumpe ist auch nicht mehr das, was sie mal war. Also rauf auf Gittas Fahrrad und zum nächsten Sportgeschäft geradelt und eine anderen Pumpe besorgt. Die ist zwar auch nicht top, aber zumindest bekomme ich das Fahrrad soweit wie vorher. Geben halb eins kommen wir dann endlich los, im leichten Regen.
Weiter geht es dem befürchteten Auf und Ab über die Hügel der Bretagne, über eine sagenhafte Hängebrücke. Gegen 2 kracht uns dann der Magen und wir halten an einem Supermarkt, holen uns für Mittag ein belegtes Baguette und decken uns vorsichtshalber für das Abendessen ein. Mittag machen wir dann an einer Bushaltestelle, da ist es wenigstens windgeschützt. Haben wir gut ausgesucht, das Sandwich, allerdings hätten wir wohl auch locker zwei davon verputzt. Zum Glück haben wir noch die Willkommenkekse von Anais, die müssen dann auch noch dran glauben. Zwischendurch ersetze ich dann noch meinen Schlauch im Hinterrad, der die Luft partout nicht halten will. Beim Abmachen der Pumpe stelle ich dann fest, dass man auch diese Ventile rausschrauben kann - Arrgh! Aber auch das geht vorbei und wir rollen weiter.
Durch einige kleinere, ziemlich rausgeputzte Dörfer geht es dann weiter zur nächsten Hängebrücke. Laut Google Maps sollte daneben eine zweite sein, von der sind allerdings nur noch die Brückenköpfe zu sehen. Also drüber über die eine und dann auf die Suche nach der richigen Straße. Weg wäre wohl die bessere Bezeichnung, oder noch besser: Feldweg. Nachdem das Teil auch zum Teil noch ziemlich steil ist, heißt es dann: "Wer sein Rad liebt, der schiebt... " Gegen halb sieben ist es dann endlich so weit und wir sind in userem Quartier angekommen. Valentine und ihr Mann sind recht freundlich, machen uns eine Kaffee und wir waschen erst mal den Reisestaub ab, bevor wir über unser Abendessen herfallen und feststellen, dass für zwei hungrige Radfahrer ein Baguette zu wenig ist. Aber hier gibt es weit und breit nix zum einkaufen, also muss das reichen.
Nach dem Essen setzen wir uns noch etwas in den Garten und genießen den Blick in die Ferne, das ist aber nur ein kurzes Vergnügen, weil es ziemlich schnell schattig wird, wenn die Sonne weg ist. Also ziehen wir uns nach oben zurück und legen die Beine hoch, den denen 47km Berg- und Talbahn stecken. Mal sehen, wie sich das morgen anfühlt.