Es geschehen noch Zeichen und Wunder:
Nachdem es uns mit dem Radeln langsam reicht und die Strecke nach Quimper hügelig zu sein scheint, haben wir uns gestern bei der Info der fran-zösischen Bahn infor-miert: Einen Zug nach Quimper, der vielleicht auch Fahrräder mitnimmt, gibt es leider nicht, aber es fährt regelmäßig ein Bus.
Der Haken an der Sache: im Unterschied zu den französischen Zügen, wo man für das Fahrrad reservieren muss, gibt es hier nur die lapidare Aussage: "Fragen Sie den Busfahrer. Wenn er Platz im Gepäckraum hat, dann geht das, wenn nicht, dann nicht." Hmmm, nicht sehr vielversprechend.
Also peilen wir den Bus um 10:30h an und machen mit Renny, unserem Vermieter aus, dass er um 10 zur Schlüsselübergabe kommt. Die Nacht bis dahin ist dank zweier Stechmücken, die noch erlegt werden wollen, etwas unruhig. Mit Kaffee und Joghurt sind wir dann aber doch rechtzeitig fit und rollen runter zum Hafen zum Busbahnhof.
Der erste Bus fährt vorbei, das war die falsche Linie. Als der richtige dann kommt, reihe ich mich in die Schlange ein und frage in meinem besten Französisch, ob er Platz für und und die Fahrräder hat. ER antwortet in gutem Deutsch: "Schauen sie nach, wenn sie die Räder unterbringen, dann ja, wenn nein, dann nicht." Also wieder raus und die Klappen auf der Fahrerseite aufgemacht und siehe da. Das reicht. Vor allem Gitta fällt ein Stein vom Herzen. Die große Überraschung kommt dann noch: Die gut halbstündige Fahrt kostet pro Person 2€!! Inklusive Fahrrad. Das wir schnell gelöhnt und wir rollen Quimper entgegen. Dort angekommen verabschiedet uns der Busfahrer persönlich und fragt uns noch nach unseren weiteren Plänen. Er scheint sogar Nürnberg und das Frankenland zu kennen - Respekt, das hätten wir bei weitem nicht erwartet. Ein weiterer Pluspunkt für die Leute hier.
Dank dem Bus sind wir schon vor Mittag dort und unsere Glücksträhne lässt etwas nach, denn unser Hotelzimmer ist noch nicht verfügbar, erst ab 15:00. Aber wir können schon mal die Räder und das Gepäck in einem extra Raum lassen und uns umziehen. Das ist schon mal was, also packen wir einen Rucksack und nehmen unser Vesper mit. An der Stadtmauer leisten wir uns zwei Kaffee zum Mitnehmen und vespern unseres selbstbelegten Baguettes auf einer Bank.
Quimper ist deutlich größer als alle anderen Städte, die wir auf unserem Trip durchfahren haben (Brest vielleicht mal ausgenommen). So lassen wir uns den Nachmittag durch die Stadt treiben, schauen in die Kirche (schön), die Kathedrale (sehr schön, mit nicht ganz in Flucht gebautem Vorderschiff - sehr ungewöhnlich) und das Kunstmuseum (na ja, nach dem Van Gogh Museum in Amsterdam fällt das schon etwas ab). Dann erst mal zurück ins Hotel, das Zimmer beziehen und die Füße hochlegen.