Früh aufstehen im Urlaub ist doof.
Aber was will man machen, wenn der Zug in Richtung nach Hause um 7:30 Quimper verlässt. Das Wetter trägt leider auch nicht zur Erheiterung bei, genauso wenig wie das leere Regal ohne Sandwiches beim Bäcker gegenüber. Aber auf Nachfrage bequemt sich der freundliche Herr dazu, uns noch zwei herzurichten.
So bepackt rollen wir im TGV gen Paris. Der sammelt erst noch in Lorient, Aubanne, Vannes und Rennes noch Passagiere ein und düst dann ohne Halt durch bis nach Paris. Jetzt kennen wir uns ja schon ein bisschen aus und wir holen uns erst mal einen Kaffee und ein Sandwich beim Bäcker um die Ecke. Dann geht es runter Richtung Seine, nicht ohne unterwegs noch den Parc de Luxembourg und zwei Kirchen mitzunehmen. Bildlich gesprochen, wir reisen ja mit leichtem Gepäck.
Die Kirchen haben es in sich, sowohl Saint Sulpice (riesengroß und barock) als auch St. Germain des Pres (gotisch, etwas finster und war vor der Revolution mal Teil eines Klosters) sind jeder Minute Stop wert, auch wenn wir wegen den Fahhräder immer nur alleine reingehen können. Unten an der Seine angekommen, dann noch mal zum Fototermin auf die Champs-Elysees und dann wird es schön langsam Zeit, sich Richtung Bahnhof zu bewegen.
Der Plan, uns noch ein Sandwich und was zum Trinken zu holen und das dann in der Wartehalle zu vertigen scheiter am muffigen Sicherheitsdienst, der sich daran stört, dass unsere Fahrräder neben einer Bank an einem Geschäft lehnen. Also wieder raus auf dem Gelände und dort vespern. Eine knappe halbe Stunde vor Abfahrt wagen wir uns dann wieder rein (als wir am gleichen Typ wieder vorbeikommen scheint ihn das nicht mehr zu stören, wäre ja noch schöner, wo sollen wir den sonst warten) und holen uns noch Kaffee und Kuchen für die Fahrt.
Im Zug haben wir es dann zum ersten Mal, dass wir nicht die Einzigen mit Fahrrad im TGV sind. Ein junger Kerl aus Karlsruhe kommt von einer 5-Wochen-Tour aus England zurück - Respekt, fünf Taschen und Zelt auf dem Fahhrad. Wie sind uns nur nicht ganz sicher, ob er das ist, der den Schweiß-"Duft" verbreitet oder das junge Mädel nehen ihm. (wir haben uns jedenfalls gegenseitig davon überzeugt, dass wir es nicht sind.) Mit dem TGV dauert die Tour nur die halbe Zeit wie auf dem Hinweg und das IBIS in Strasbourg kenne wir schon vom letzten Jahr. Dort sinken wir erschöpft in die Kissen, schlürfen noch etwas Wein und Bier und weg sind wir.